Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 2

Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 2

Im ersten Teil dieser Reihe ging es um den Sinn der Hausarbeit und das Loslassen überhöhter Ansprüche. Heute geht es weiter mit einigen typischen Hilfsmitteln und deren Licht- und Schattenseiten.

Routinen

Wer sich mit Effizienz beschäftigt, kommt um das Thema Routinen nicht herum. Zurecht, denn sie sind wirklich nützlich. Wie ein Trampelpfad, der sich zur Straße auswächst, weil er immer wieder begangen wird, macht es eine gute Routine wesentlich einfacher und schneller, das Ziel zu erreichen. Alles, was es dafür braucht, ist eine konkrete Handlung und deren regelmäßige Ausführung.

Routinen sind wie Wege durch den Wald

Sauber etablierte Routinen können eine immense Erleichterung bieten und damit auch deine Motivation zur Hausarbeit entscheidend erhöhen.

Wie kommt es aber, dass es uns oft so schwer fällt, gute Routinen aufrecht zu erhalten? Oder noch schlimmer: dass wir es zwar schaffen, aber uns dabei aufreiben, weil es einfach zu viel wird?

3 Fehler beim Einsatz von Routinen

  1. Du versuchst etwas routiniert zu erledigen, das du eigentlich gar nicht regelmäßig machen willst.
    Die Vorstellung davon, am Ende des Jahres topfit zu sein, drei Instrumente zu spielen, fünf Sprachen zu sprechen und dabei durch regelmäßige Meditation super gelassen zu sein, ist verlockend. Doch meistens wünscht man sich nur, am Ziel zu sein, nicht den Weg dahin zu gehen. Sicher gibt es auch den einen oder anderen Trick, wie man mit weniger Schritten dorthin gelangt. Aber letztlich wird ein Weg zu gehen sein. Und ob wir diesen genießen oder nur hinter uns bringen, ist ein himmelweiter Unterschied.
    Wenn du jemandem ein Bild zeigst, dass du vom Gipfel des Himalaya aus gemacht hast, erntest du vielleicht Bewunderung. Bis jemand ein tieferes Gespräch versucht und feststellt, dass du dich hast hochfliegen lassen. Sicher eine legitime Vorgehensweise, nur täusche dich nicht selbst, indem du dir einredest, damit dasselbe erlebt zu haben wie jemand, der den ganzen Weg gewandert ist. Wenn es wiederum dein Ziel ist, dich auf den Gipfel fliegen zu lassen, weil du z.B. körperlich nie in der Lage zu einer derartigen Wanderung sein wirst, hast du einen anderen Weg in Angriff genommen, und kannst darauf anderweitig stolz sein. Willst du aber eigentlich nur Anerkennung von anderen kassieren, frage dich, ob du das nicht auch mit etwas schaffen kannst, was dir mehr entspricht (Tipp: ja, kannst du!)
    Wenn du den Weg nicht leiden kannst, hinterfrage auch das Ziel.
  1. Du nimmst dir nicht die Zeit, die richtige Routine für dich zu finden.Wie oft hast du schon etwas ausprobiert, von dem dir jemand voller Begeisterung vorgeschwärmt hat, aber bei dir wollte es gar nicht so recht klappen? Das fühlt sich erstmal ziemlich frustrierend an. Viele fragen sich dann: “Was stimmt nicht mit mir, dass das bei mir nicht klappt?”
    Es stimmt alles mit dir. Aber nicht mit der Wahl der Routine. Menschen sind unterschiedlich. Ich sage es gerne nochmal, denn es wird so oft ignoriert: Menschen sind unterschiedlich! Wo der eine superproduktiv wird, wenn er um 5 Uhr aufsteht und seinen Bullet Proof Coffee trinkt, sorgt das beim anderen eher für Stress und Frust (und in meinem Fall auch für Ekel, mir schmeckt Kaffee nicht, und mit Butter erst recht nicht). “Mal eben schnell” 10 Liegestütze zu machen ist nichts für jemanden, der bei Null anfängt und sich mit einer schon schwer tut. Wo die eine es genießt, sich auf der Tanzfläche auszupowern, kann sich die andere viel besser erholen, wenn sie einen heißen Tee und ein gutes Buch vor sich hat. Einer dritten wiederum wäre beides eine Qual.
    Vielleicht geht es auch nur um Feinjustierung. Wenn du beispielsweise merkst, dass du super mit To-Do-Listen arbeiten kannst, dir aber das ständige Schreiben von Hand auf die Nerven fällt, versuch es mal mit einer elektronischen To-Do-Liste (ich kann Todoist* sehr empfehlen). Wenn du Schwierigkeiten hast, Ruhe beim Meditieren zu finden, lege passende Musik auf. Oder nutze eine App, die weißes Rauschen oder ähnliche Ablenkungs-Verhinderer produziert.
    Übernimm von einer Routine nur das, was für dich stimmig ist, und passe den Rest an.
    Die Ausnahme sind spezielle Programme, die du genau so durchlaufen sollst, wie sie dir gezeigt werden, aber da hast du dir (hoffentlich) vorher überlegt, wem du solche Autorität über dein Leben gibst.
  1. Du gibst zu früh auf.
    Jede neue Routine braucht Zeit, um sich festzusetzen. Neue Verbindungen müssen im Gehirn entstehen und du musst einige Mal nachjustieren, bis du die richtige Umsetzung für dich gefunden hast. In der Zwischenzeit kann es passieren, dass du dich frustriert fühlst.
    Vielleicht hast du einen schlechten Tag gehabt und deine Routine ausfallen lassen (natürlich “nur ausnahmsweise”). Womöglich ist dir auch etwas dazwischen gekommen, das dich längere Zeit daran hindert, sie umzusetzen (z.B. wirst du in dem Moment krank, wo du mit dem neuen Trainingsprogramm beginnen willst). Eventuell bekommst du Gegenwind von deiner Umgebung. Oder es ist ganz einfach schwieriger als gedacht. Lass dich davon nicht entmutigen! Bleib dran, justiere evtl. nach, und steig nach jeder Unterbrechung an einer geeigneten Stelle neu ein (einfach weitermachen oder ein paar Schritte zurück gehen).
    Du wirst sehen: mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen, die Gründe zu erkennen, aus denen du dich hast aus der Bahn werfen lassen, und mit ihnen umzugehen.
    Je länger du eine gute Routine durchhältst, desto einfacher wird es, dran zu bleiben.

Multitasking

Ein Thema, bei dem die Meinungen auseinandergehen. Wer sich dafür ausspricht, lobt die Möglichkeit, Dinge parallel zu bearbeiten, Wartezeiten zu nutzen und schnelle Erfolge zu erzielen. Kritisiert werden hingegen schlechte Konzentration auf die einzelnen Themen und daraus resultierend häufig schlechtere Resultate und niedrigere Qualität.

Der “Trick” ist, dass beide etwas unterschiedliches meinen, wenn sie von Multitasking sprechen.

Unser Gehirn kann sich nie auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren

Wenn wir verschiedene Dinge gleichzeitig tun, werden davon verschiedene Bereiche des Gehirns angesprochen. Oder wir wechseln sehr schnell unseren Fokus hin und her. Ersteres funktioniert sehr gut, sodass wir z.B. gleichzeitig kochen und abspülen können. Die andere Version ist die, die gerne und zurecht kritisiert wird, nämlich z.B. gleichzeitig zu telefonieren und im Internet zu surfen. Das Gegenüber bemerkt meistens, dass wir nicht bei der Sache sind, fühlt sich nicht respektiert und vertraut uns weniger. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit stark an, dass wir wichtige Informationen verpassen, nachfragen müssen und alles viel länger dauert, als uns lieb ist. Beim Autofahren ist es sogar lebensgefährlich, an die Fähigkeit des Gehirns zu glauben, zwei Dinge wirklich gleichzeitig tun zu können.

Es lässt sich vermeiden, dieser Doppelbedeutung aufzusitzen, indem man entweder gleich zu Beginn des Gesprächs darauf hinweist, wie man den Begriff meint, oder indem man z.B. (unmöglichem) Multi-Fokus im Vergleich zum Multi-Tasking (bei einfachen oder nicht um die Gehirnressourcen konkurrierenden Aufgaben) spricht.

Multitasking

Ist dein Multitasking wirklich effizient?

Wichtiger als die Bezeichnung ist es allerdings, dir selbst darüber im Klaren zu sein, worum es sich bei deinen Tätigkeiten gerade handelt: wirkliche Effizienz oder sich als Effizienz tarnendes Beschäftigt-Sein. Beides wirkt sich auf die Motivation aus, aber in entgegengesetzter Richtung.
Wenn du merkst, dass du versuchst, deine Probleme immer schneller zu lösen, und sie dadurch nur noch größer werden, ist es an der Zeit, innezuhalten, durchzuatmen, sich neu auszurichten und ein Thema nach dem anderen anzugehen.

Zum Weiterlesen: “Die Multitasking-Falle” von Devora Zack*


Equipment

Nun noch zu einem etwas konkreteren Hilfsmittel, dessen Einfluss auf Produktivität und Motivation leicht unterschätzt oder aber überschätzt wird: gutes Equipment.

Gutes Equipment kann dafür sorgen, dass dir die Arbeit um ein Vielfaches leichter von der Hand geht.
Umgekehrt kann schlechtes Equipment dir den ganzen Spaß verderben, den die Hausarbeit dir bringen könnte.

Beobachte, welche Teile in deinem Haushalt dich besonders frustrieren, sei es durch ihre Unzuverlässigkeit, umständliche Handhabung oder auch ein rein subjektives Gefühl von “mag ich nicht” (nicht zu unterschätzen!). Ersetze sie gezielt durch Gegenstände, die dir Freude machen.

“Freude machen” heißt hier “langfristig Freude machen”

Unterscheide dabei zwischen “praktisch” und “fancy”. Ja, Optik ist ein Wohlfühlfaktor, aber wenn die chromblitzende Küchenmaschine dir ständig im Weg steht und irgendwann in den Keller wandert, nützt das rein gar nichts. Hüte dich umgekehrt vor angeblichen Schnäppchen, die dich letztlich nur mehr belasten. Die Vesperdose aus dem 1€-Laden, aus der jedes bisschen Flüssigkeit sofort raus sifft, der Staubsauger aus dem Sonderangebot, mit dem du über jedes Stück Staub dreimal drüberfahren musst, bevor er es eingesaugt hat, oder das Set Plastiklöffel, mit dem du dich beim Essen wie ein Kleinkind fühlst – all das ist rausgeschmissenes Geld. “Freude machen” heißt in diesem Fall “langfristig Freude machen”.

Sparen kannst du trotzdem, indem du Qualitätsware gebraucht kaufst. Recherchiere zuerst, welches Produkt wirklich deinen Anforderungen entspricht. Schau dich dann auf Ebay Kleinanzeigen oder im örtlichen Second Hand Laden um. Gerade im Haushalt legen sich die meisten Leute mehr Dinge zu, als sie eigentlich benötigen, und wollen nach einiger Zeit viel davon wieder loswerden. Geschirr zum Beispiel brauchst du nicht neu zu kaufen, davon gibt es reichlich gebraucht. Aber auch Elektrogeräte werden oft wieder abgestoßen, wenn sie zum Beispiel voreilig gekauft und dann nie benutzt wurden. Du aber könntest genau dieses Gerät brauchen. Hilfreich ist dafür, die eigenen Wünsche gut zu kennen.

Prüfe, was du wirklich brauchst

Achte dabei darauf, dir nicht Wünsche einreden zu lassen, die du gar nicht hast. Du brauchst nicht das “1000 in 1”-Set, wenn du 997 Dinge davon gar nicht benutzt. Beobachte eine Zeit lang, welche Funktionen dir wirklich fehlen. Dann suche gezielt nach Geräten, die genau das und nicht zu viel mehr können. Wenn dich eine Funktion fasziniert, an die du bisher nicht gedacht hast, prüfe ehrlich, ob sie bei dir wirklich zum Einsatz kommen würde. Außerdem ist es sinnvoll, dir zu überlegen, ob die zusätzliche Funktion ihren Preis wert ist. Ob das nun finanziell gesehen ist oder z.B. dadurch, dass es mehr Platz braucht oder lauter ist.

Equipment allein kann dich nicht motivieren. Erst die Auseinandersetzung damit, was du wirklich brauchst, lässt dich gezielt die richtigen Werkzeuge dafür auswählen. Mach dir das klar, aber dann tu es auch.

Du wirst überrascht sein, wie viel leichter es dir fällt, dich zur Hausarbeit zu motivieren, wenn du dich mit zuverlässigen, einfachen, “sympathischen” Geräten ausgestattet hast.

Fazit

Ob Routinen, Multitasking oder Equipment: Finde heraus, was für dich gut funktioniert. Lass dich nicht darauf ein, etwas anzuwenden, was dich entlasten soll, dich aber eigentlich stresst. Dann wird es viel einfacher, die Motivation für die Hausarbeit aufzubringen.

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