Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 3

Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 3

Zum Abschluss der Reihe hier noch eine ganz konkrete Schritt für Schritt – Anleitung, wie du ein beliebiges Thema im Haushalt einfacher und effizienter gestalten und so deine Motivation zurückgewinnen kannst.
Wundere dich nicht, wenn dabei einiges an Psychologie im Spiel ist, das ist es bei den alltäglichen Aufgaben meist mehr, als man denkt.

Hier findest du die ersten beiden Artikel der Reihe:
Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 1
Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 2

Als Arbeitsbeispiel nehme ich einen Klassiker der nervigen Aufgaben im Haus: das Abspülen.

7 Schritte für besseres Abspülen

Schritt 1: Erkenne, was dich genau nervt.

Beispiel 1: Es dauert zu lange, ich komme mit meinen anderen Aufgaben in Stress.
Beispiel 2: Es frustriert mich, dass es immer wieder sein muss.
Beispiel 3: Ich kriege die Sachen nicht richtig sauber.

Schritt 2: Stelle dir die Frage nach dem Sinn

und finde einen guten Grund, dich darum zu kümmern. Achte dabei auf die Bedürfnisse, die in dir erfüllt werden wollen.

Beispiel 1: Mir sind meine Gesundheit, meine finanzielle Situation und die Umwelt wichtig, deswegen kommt für mich ständig auswärts zu essen oder Einweggeschirr zu benutzen nicht in Frage.

Beispiel 2: Die Ordnung immer wieder herzustellen, ordnet mich auch innerlich, ich kann mich dann richtig zu Hause fühlen.

Beispiel 3: Das Geschirr richtig sauber zu machen ist für mich eine Frage des Respekts mir selbst gegenüber, ich will auch meine zukünftigen Mahlzeiten genießen können.

Schritt 3: Finde die Gründe für dein Problem heraus.

Hinterfrage dabei Glaubenssätze, die mit dem Thema zusammenhängen. Ersetze Glaubenssätze, die dich behindern, durch hilfreichere.

Beispiel 1: Ich habe Stress, weil ich mehr Aufgaben annehme, als ich entspannt erledigen kann.

Problematischer Glaubenssatz 1: “Wenn ich eine Aufgabe ablehne, werde ich als unzuverlässig wahrgenommen.”

Hilfreicherer Glaubenssatz 1: “Indem ich Aufgaben ablehne, schaffe ich die Grundlage, alle angenommenen Aufgaben angemessen zu bearbeiten.”

Problematischer Glaubenssatz 2: “Ich muss alle Aufgaben erledigen, die ich mir vorgenommen habe.”

Hilfreicherer Glaubenssatz 2: “Ich kann jederzeit meine Aufgaben neu priorisieren und weniger wichtiges einfach sein lassen.”

Beispiel 2: Unordnung entsteht durch Benutzung des Geschirrs. Bei unserer Art zu leben gehört Abspülen zum Alltag dazu.

Problematischer Glaubenssatz: “Ich muss mich eben in mein Schicksal ergeben.”

Hilfreicherer Glaubenssatz: “Ich entscheide selbst über meine Art zu leben.”

Beispiel 3: So, wie ich bisher abspüle, geht der Dreck nicht richtig runter.

Problematischer Glaubenssatz 1: “Ich habe kein Geld für besseres Putzzeug.”

Hilfreicherer Glaubenssatz 1: “Ich investiere einmal in gutes Material und spare viel Zeit und Mühe, die ich für Wichtigeres einsetzen kann.”

Problematischer Glaubenssatz 2: “Ich will mich so wenig wie möglich mit dem Thema befassen.”

Hilfreicherer Glaubenssatz 2: “Ich lerne dazu und schaffe so Freiraum für die Dinge, die mir wichtig sind.”

Schritt 4: Finde konkrete Ansätze für genau dieses Problem.

Beispiel 1:
– ich nehme weniger Aufgaben an
– ich delegiere mehr Aufgaben weiter, z.B. an meinen Partner (im Gegenzug nehme ich ihm Aufgaben ab, die für mich leichter zu erfüllen sind)
– ich investiere Zeit und/oder Geld, um effizienter zu werden (z.B. schaffe ich mir eine Spülmaschine an)

Beispiel 2:
– ich recherchiere über die Essgewohnheiten anderer Kulturen und prüfe, ob ich in Zukunft lieber ohne Geschirr leben will
– ich übe mich darin, Ordnung schneller und leichter herzustellen

Beispiel 3:
– ich besorge mir eine bessere Bürste und effektiveres Spülmittel
– ich denke weiter voraus und weiche das Geschirr vorher ein
– ich suche im Internet nach Tipps, wie ich bestimmte Reste leichter entfernen kann

Schritt 5: Setze deine Ideen um.

Wenn du dich leicht ablenken lässt, mache mit dir selbst einen Termin aus.

Setze deine Ideen um!

Schritt 6: Prüfe die Ergebnisse.

Feiere Erfolge und akzeptiere Rückschläge. Sei ehrlich mit dir, wenn du merkst, dass du dich um etwas gekümmert hast, bei dem es eigentlich um etwas anderes ging. Oder richte deine Prioritäten neu aus. Das ist dann ein Erfolg auf anderer Ebene.

Beispiel 1:
Direkter Erfolg: Durch die Reduktion der Aufgabenmenge kann ich mich auch dem Haushalt entspannter widmen.
Indirekter Erfolg: Ich habe jetzt weniger Aufgaben, aber immer noch so viel Stress, weil ich die Kontrolle darüber nicht abgeben will. Eigentlich geht es mir darum, dass ich kein Vertrauen in andere habe. Das habe ich jetzt erkannt und kann mich damit befassen.

Beispiel 2:
Direkter Erfolg: Ich bin effizienter geworden und mir geht das Ordnung schaffen jetzt so leicht von der Hand, dass es mich nicht mehr stört.
Indirekter Erfolg: Ich habe gerade andere Prioritäten und will mich im Moment nicht darum kümmern. Ich kann mich dafür entscheiden, das Thema erstmal auf Eis zu legen, und mich nicht weiter darüber aufzuregen.

Beispiel 3:
Direkter Erfolg: Jetzt geht der Dreck super runter.
Indirekter Erfolg: Ich habe mich absichtlich nicht richtig um das Geschirr gekümmert, weil ich mir beweisen wollte, dass ich unfähig bin, mich um mich selbst zu kümmern. Ich habe mich der Aufgabe gestellt und mir bewiesen, dass ich es doch kann.

Schritt 7: Genieße dein neues Level und starte eine neue Runde.

Die 7 Schritte kannst du natürlich auch auf jedes andere Thema im Haushalt und vielleicht sogar generell anwenden. Probier es aus und schreib in die Kommentare, wie es bei dir geklappt hat 🙂

Hier kannst du dir die 7 Schritte als Template zum Selberausfüllen herunterladen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.