Kennst du den Roman “Momo” von Michael Ende? Dort gibt es die “grauen Herren”, die den Menschen ihre Zeit stehlen, indem sie sie dazu überreden, ein Zeitsparkonto zu eröffnen und so viel Zeit zu sparen, wie es nur geht.

Dafür sollen sie alles weglassen, was “unnötig” ist – zum Beispiel freundliche Gespräche, Musik, romantische Gesten oder einfach mal versonnen aus dem Fenster zu blicken. Geködert werden die Menschen mit der Vorstellung, dass sie dann am Ende richtig viel Zeit für sich hätten – doch dazu kommt es nie. Denn während die Menschen sich immer mehr abhetzen und vergessen, worum es eigentlich geht, sperren die grauen Herren die gesammelte Zeit in ihren Tresor und verwenden sie für sich selbst. (Es gibt noch ein paar spannende Ideen und Wendungen, falls du also das Buch nicht kennst, schau es dir ruhig einmal an – meiner Ansicht nach ist es ein “Must read” für alle, die sich mehr Zeit wünschen!)

Natürlich kann man im normalen Leben Zeit gar nicht sparen. Wenn wir davon sprechen, “Zeit zu sparen”, meinen wir eigentlich, sie jetzt schon für eine Sache einzusetzen, damit wir diese nicht später machen müssen, z.B. gleich beim Einkaufen zur Post zu gehen, statt erst heim zu gehen und dann nochmal los zu laufen.

Das ist auch grundsätzlich ganz sinnvoll, aber leider wird oft vergessen, dass das “Zeitsparen” selbst nicht das ist, worum es geht. Daraus erwachsen dann Fehler, die die Situation noch verschlimmern und mehr Stress verursachen als auflösen. Die fünf (plus eins) größten davon sind:

Fehler Nr. 1: Schlaf reduzieren

Die meisten Menschen, die zu viele Aufgaben haben, streichen als erstes das, was in Wirklichkeit am wichtigsten für ihre Effizienz ist: Schlaf! Gute Erholung ist essenziell, denn du bist nicht nur fitter, tust etwas für deine Gesundheit und deine Ausstrahlung, sondern dein Gehirn hat auch Zeit, sich aufzuräumen, wodurch du schneller reagieren, bessere Ideen entwickeln und fokussierter arbeiten kannst! Spare so selten wie möglich am Schlaf!

Fehler Nr. 2: Alles gleichzeitig ändern wollen

„Ab morgen bin ich ein neuer Mensch!“ Wie viele Neujahre sind schon vergangen, ohne dass die Menschen sich so krass geändert haben, wie sie es sich vorgenommen haben? Unterschätze nie, wie begierig dein System darauf ist, alles beim Alten zu lassen! Erst, wenn dein Gehirn merkt, dass eine einzelne Maßnahme viel besser und effizienter ist als das, was du bisher gemacht hast, wird es sich umstellen und Raum für Neues geben. So schaffst du nacheinander viel mehr positive Veränderungen, als wenn du alles gleichzeitig zu ändern versuchst. 

Wende also lieber erstmal eine Methode an, mit der du Zeit sparen kannst, und wenn du sie so verinnerlicht hast, dass du gar nicht mehr daran denkst, dann nimm die nächste dazu.

Fehler Nr. 3: Konsequenzen falsch einschätzen

Oft tun wir Dinge nicht, weil wir Angst vor den Konsequenzen haben. Das ist grundsätzlich ok, aber hast du überhaupt alle Konsequenzen bedacht?

Stell dir vor, dein Kollege kommt immer zu spät und bittet dich darum, „nur mal kurz“ für ihn einzuspringen. Sicher, wenn du „Nein“ sagst, kann das dazu führen, dass er dich nicht mehr mag, und du vielleicht später nicht auf seine Hilfe zählen kannst – aber was passiert, wenn du das nicht tust? Du selbst kannst deine Arbeit nicht machen, deine Kunden bleiben auf der Strecke – und dein Kollege lernt nie, pünktlicher zu sein. Du tust niemandem damit wirklich einen Gefallen. (Natürlich gibt es Notfälle, Ausnahmen usw. Aber die zeichnen sich dadurch aus, dass es Einzelfälle sind und nicht die Regel!)

Wenn du also Zeit sparen willst, indem du auf jede Bitte eingehst und Konflikte meidest, machst du dich nicht nur unglücklich, sondern es kostet dich auch letztlich mehr Zeit.

Fehler Nr. 4: Kleinigkeiten unterschätzen

„Kleinvieh macht auch Mist“ heißt es im Volksmund, und auch beim Zeitsparen ist da viel dran. Ein paar Minuten auf die Suche nach deinen Schlüsseln, ärgerliche Gedanken über deine Nachbarn oder das Anschauen von Werbevideos zu verschwenden, ist eigentlich nicht viel. Doch die summieren sich!

Wenn du z.B. jeden (Werk)Tag eine Minute brauchst, um die Werbung aus deinem Briefkasten auszusortieren, sind das in einem Jahr ca. 5 Stunden. Vielleicht willst du stattdessen lieber 20 Sekunden aufwenden, um einen “Keine Werbung”-Aufkleber auf deinen Briefkasten zu kleben? Hast du 10 Kleinigkeiten à 2 Minuten, die eigentlich nicht sein müssten, könntest du genauso gut 5 Tage im Jahr mehr Urlaub haben! Und ich spreche dabei nicht davon, irgendwas wegzulassen, was du gerne tust, dich entspannt oder dir Freude macht.

Fehler Nr. 5: Am falschen Ende sparen

Es ist natürlich nicht Sinn der Sache, die Dinge zu reduzieren, die du wirklich machen möchtest, oder die dich bei diesen Dingen unterstützen. Stress z.B. ist sehr schädlich für deine Effizienz, weil du schneller Fehler machst, die Konsequenzen deiner Entscheidungen übersiehst oder andere belastest, die dann in die Defensive gehen und dich erst recht blockieren.

Außerdem hat es Langzeitfolgen, die dich genauso davon abhalten, was du eigentlich tun willst. Wenn du einen Herzinfarkt hast, hast du noch weniger Zeit für deine Hobbys, als wenn du die Dinge etwas ruhiger angehen lässt. Wenn Zeitsparen zur Hetze wird, ist nichts gewonnen.Erinnere dich immer daran, worum es geht: Entspannter und glücklicher zu sein! Wenn dich eine Maßnahme daran hindert, lass sie sein!

Fehler Nr. 6: Die Zeitfresser-Checkliste nicht nutzen

Und hier noch ein Bonustipp: Du kannst dir die Zeit sparen, die Zeitfresser in deinem Leben ausfindig zu machen, indem du die Zeitfresser-Checkliste benutzt, die ich für dich erstellt habe. Es dauert nur ein paar Sekunden, dich anzumelden und sie herunter zu laden, und du sparst Stunden an unnötigen Aufgaben, leicht übersehbaren Kleinigkeiten und nervigen Energielecks!

Fazit

Zeit sparen um des Zeitsparens willen ist nicht Sinn der Sache. Suche dir einzelne Maßnahmen, die wirklich und langfristig sinnvoll sind, nimm dir eine nach der anderen vor und achte darauf, dir genug Ruhe und Gelassenheit zu gönnen, dann bist du viel effizienter und fällst nicht mehr auf “graue Herren” herein.


Zum Weiterlesen:

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.