2013 war ich mit dem Studium fertig – und dann ging meine Reise erst so richtig los. In mittlerweile fast 10 Jahren habe ich diverse Stationen durchlaufen – im Theater, als Escape Room Leiterin, Autorin und schließlich Mentorin für Vereinbarkeit. In diesem Artikel lasse ich einige dieser Stationen Revue passieren – und zeige dir Fotos von den Orten, an denen ich gearbeitet habe.

Nach meinem Studium fiel ich erstmal in ein Loch. Ich wusste nur, was ich nicht wollte – nämlich an der Uni zu arbeiten oder in irgendeinem Bürojob – aber das ließ nicht mehr viel offen. Mit Germanistik und Philosophie stehen einem nicht so viele “klassische” Jobchancen offen. Damals war ich sehr frustriert, aber ich bin froh, dass ich mich nicht darauf eingelassen habe, mich in etwas zwängen zu lassen, was ich nicht war. Hätte ich gewusst, dass Selbstständigkeit im Grunde ein eigenes Studium ist, hätte ich das studiert – aber sei’s drum, hinterher ist man schlauer, und auch das Germanistikstudium hat mir einige Erkenntnisse mitgegeben.

Im Theater

Der nächste Schritt in meiner Karriere war schließlich das Theater. Bereits im Studium war ich in mehreren Theatergruppen tätig, so lag es nahe, auch da mal einen Blick auf die Jobangebote zu werfen. Im Internet fand ich eine Ausschreibung für eine Hospitanz (quasi ein Praktikum) als Regieassistentin für das Musical “Der Mann von La Mancha” in München. Da ich Musicals schon immer toll fand und “Der Mann von La Mancha” mein Lieblingsmusical ist, bewarb ich mich einfach – und bekam die Stelle.

Die Proben fanden in einigen Hallen in der Münchner Peripherie statt, aufgeführt wurde das Stück im Gärtnerplatztheater (ich stand dort auch auf der Bühne, allerdings nicht vor Publikum):

Weitere Regieassistenzen folgten, lange war ich im Kulturhaus Forum3 in Stuttgart beschäftigt. Hier ein Bild aus der Vorbereitung zum Stück “Kopenhagen”:

Was ich auf diesem und dem nächsten Bild mache, ist übrigens eine der langweiligsten Aufgaben einer Regieassistentin: Beleuchtungsstatisterie. D.h., man stellt sich auf die Bühne, da wo die Schauspieler im Stück stehen, und lässt sich anleuchten. So kann der Regisseur sehen, was an den Lichteinstellungen noch geändert werden muss (du selber hast in der Zeit allerdings nichts zu tun und kannst auch nicht abschalten, weil es jederzeit sein kann, dass der Regisseur dich woanders haben möchte). Und wenn der Schauspieler größer ist als du? Dann hebst du die Hand über den Kopf – egal wie blöd es aussieht:

(Hier spiele ich die Statisten-Variante von der Blume in “Der kleine Prinz”.)

Mein Künstlerdomizil

Dann kam der erste große Schritt aus dem “Angestelltenverhältnis” (meine Regieassistenz war zwar relativ frei, ich wurde projektweise angestellt, aber ich hatte immer den Regisseur als Chef). 2015 stand ich vor einem Scheideweg. Das Theater machte mir Spaß, ich liebte die Atmosphäre und war auch gut in dem, was ich tat, aber ich merkte, dass mir etwas fehlte: Meine eigenen Ideen umzusetzen. Nun hätte ich Regisseurin werden und selbst Stücke in Szene setzen können, oder aber als Profi-Regieassistentin Karriere machen (davon gibt es tatsächlich sehr wenige, ich hätte also gute Jobchancen gehabt). Doch ich spürte, dass es das nicht war. Ich hatte den innigen Wunsch, einen Roman zu schreiben – und das ging bei einem Vollzeit-Theaterjob nicht, da war ich viel zu beschäftigt. Also machte ich einen Schritt ins Ungewisse, nahm mir ein kleines WG-Zimmer in Nürnberg und lebte als selbstständige Schriftstellerin ganz in meine Kreativität hinein (naja, Geld musste ich trotzdem auftreiben, dafür nahm ich verschiedene Minijobs an, z.B. an der Theke im Hallenbad bei mir um die Ecke und als Spielleiterin bei einem Escape Room – Anbieter, wo ich Touristen in Rätsel-Räume schickte und hinterher alles wieder aufräumte).

Ich habe nicht von jedem Minijob-Arbeitsplatz Fotos gemacht, aber mein damaliger Haupt-Arbeitsplatz war auch der Schreibtisch in meinem Zimmer (welches zugleich mein Schlafzimmer und Hobbyraum war – dieses Foto zeigt knapp die Hälfte des Raumes):

Gut organisiert und bereit für mehr

2017 zog ich mit meinem Freund zusammen – inzwischen mein Mann ^^ – und gemeinsam zogen wir nicht lang darauf in die Kleinstadt Hersbruck nahe Nürnberg, wo er in der Nähe arbeitete. Mein Hauptarbeitsplatz ist nach wie vor mein Schreibtisch, der Raum selbst ist nicht wesentlich größer als mein WG-Zimmer, allerdings muss ich darin nur noch den Papierkram und einen Kleiderschrank unterbringen, nicht mehr meinen kompletten Hausrat xD

Im Vergleich stelle ich fest, dass ich viele der Sachen von damals noch nutze, z.B. die Papierablage, meinen Mini-Mülleimer oder meine treue Fellweste. Zum Glück ist es aber inzwischen deutlich weniger voll …

Und wer weiß, vielleicht kann ich sogar schon bald in mein neues Büro umziehen, wo ich noch mehr Raum für mich und meine Kreativität habe. Ich kann ja dann mal diesen Artikel ergänzen …

Wie ist es mit dir? Was hat sich über die Jahre an deinem Arbeitsplatz verändert und welche Veränderungen wünschst du dir noch? Schreib es in die Kommentare!

3 Gedanken zu „Einblicke in meinen Arbeitsalltag – Die “Zeige-was-du-tust-Challenge” – Tag 9: Eine Bilderreise durch meine Arbeitsplätze“

  1. Als Ergotherapeutin hatte ich zwei Arbeitsstellen: eine in einer Tagesstätte für Psychisch Kranke Erwachsene. Da hatte ich einen riesigen Raum mit drölfzighundert tollen Materialien und Therapiemedien. DEN hab ich in einer Praxis gearbeitet. Dann hatte ich keine Lust mehr. Momentan ist mein Arbeitsplatz das Büro, was ich mit meinem Mann teile, der grosse Wohnzimmertisch, wenn der beste Ehemann in Tel-Kos ist, das Sofa ^^ und bei jedem, der mich zu sich nach Hause einlädt.

  2. Ich finde es immer wieder interessant, was für wechselvolle Weg uns doch zu den Personen machen, die wir heute sind.
    Schön, das Du noch Fotos von Deinen Arbeitsstellen hast.
    Bei mir waren es immer “nur” Schreibtische.

    1. Ich fand beim Schreiben tatsächlich auch das Thema Schreibtisch sehr interessant. Mein Schreibtisch ist einer der Orte, an dem ich die meiste Zeit verbringe, und ich finde es spannend zu sehen, was sich daran im Laufe der Jahre geändert hat – und was nicht.

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