Wow, jetzt habe ich wirklich 10 Blogartikel in zwei Wochen geschrieben! Wahrlich eine “Challenge” – aber machbar, und ich habe dafür nicht alles andere schleifen lassen müssen. Zum Abschluss möchte ich dich noch mitnehmen zu der Frage, warum wir eigentlich so selten unsere Erfolge feiern und wie wir uns angemessen über Geleistetes freuen können.

Wann wir feiern – und wann wir es nicht tun, obwohl es gut wäre

Feiern ist in unserer Gesellschaft ein Kulturgut, aber keine Lebenseinstellung. Man tut es an festgelegten Daten oder zu ganz bestimmten Anlässen, aber selten mal einfach so, einfach weil man sich freut, oder weil man etwas geschafft hat, was für einen selber wichtig war, auch wenn es nicht von anderen anerkannt wird.

Wenn man mal darüber nachdenkt, ist es eigentlich schon seltsam, was wir alles feiern – und was nicht: Dass jemand geboren wurde wird gefeiert, aber nicht, dass er die restlichen 364 Tage im Jahr da ist. Ob Jesus lebt oder stirbt: Es gibt Ferien. Wir feiern den Tag der Arbeit – indem wir zuhause bleiben. Generell werden Feiertage selten zum Feiern und viel mehr zum Ausruhen genutzt. Was auch wichtig ist, eigentlich sollte viel öfter unsere Leistung gefeiert und die Anstregnung angemessen durch Selbstfürsorgezeiten ausgeglichen werden. Doch Muße wird schnell als Müßiggang verteufelt und Anerkennung der eigenen Erfolge als “Eigenlob stinkt” – kein Wunder, dass die Festivitäten für den eigenen Fortschritt sich in Grenzen halten.

Was denke ich auch noch einen großen Einfluss darauf hat, dass wir unsere Leistung so selten voll anerkennen, ist der sog. Zeigarnik-Effekt: Was wir noch zu tun haben, bleibt uns stärker im Gedächtnis als das, was wir bereits erledigt haben. Wir vergessen schlichtweg, wie viel wir schon geschafft haben und sehen oft nur, was noch alles vor uns liegt.

Dan Sullivan macht aus dieser Überlegung ein ganzes Lebenskonzept: The Gap and the Gain (also die Kluft und der Gewinn). Kurz gesagt geht es dabei darum, dass wir, wenn wir uns vorstellen, wie unser Leben sein soll, ein Ideal vor Augen haben. Wenn wir nun ein Ziel auf dem Weg zu diesem Ideal erreichen, ist das Ideal selbst immer noch in weiter Ferne – wie der Horizont, dem man nie näher kommen kann, egal, wie weit man läuft. Schauen wir aber auf den Punkt, an dem wir losgelaufen sind, nehmn wir überhaupt erst wahr, wie viel wir schon geschafft haben.

Wenn du also deine Erfolge betrachtest, achte nicht so sehr darauf, was noch alles irgendwann schön wäre, sondern auf das, was du auf dem Weg dorthin bereits vollbracht hast.

So feiere ich meinen Erfolg

Auch ich mache ab und zu Party, wobei es für mich als Introvertierte schon einen größeren Anlass braucht, um dafür die Anstrengung vieler Menschen um mich herum auf mich zu nehmen.

Was ich dabei nicht mache: Alkohol auf. Braucht es meiner Ansicht nach nicht zum Feiern. Ich mag den vergorenen Geschmack nicht (tatsächlich bei so ziemlich alles alkoholischen Getränken) und ich werde davon nur müde, aber nicht fröhlicher. Brauche ich aber auch nicht, denn meine Freude kommt ganz von selbst von innen. Und wenn man erstmal Freunde hat, die das genauso sehen, ist plötzlich gar kein Unterschied mehr in der Stimmung da – oder vielleicht doch, weil niemand grölt, sich übergibt oder Spielchen spielen mag, deren einziger Zweck es ist, noch mehr zu trinken (hab ich erwähnt, dass ich meine Schulzeit nicht vermisse?)

Meistens genieße ich meine Erfolge nur mit meinem Mann und (je nach Thema) mit den Kreisen, die die Entwicklung miterlebt haben – wie du z.B. diese Challenge. D.h. ich schreibe gerne mal in meine Facebook-Gruppen, wenn ich etwas geschafft habe, was ich mit dieser Gruppe geteilt habe. Ich erzähle es den Freundinnen, die mich auf dem Weg unterstützt haben. Oder ich telefoniere mit meinen Eltern oder meiner Schwester und teile mit ihnen die guten Nachrichten, damit sie sich mit mir freuen können.

Außerdem nehme ich mir Zeit, auf das zurück zu blicken, was sich im Vergleich zu früher in meinem Leben getan hat. Übrigens einer der Gründe, warum ich so viel aufschreibe. Oft habe ich mir schon gedacht: Ich wüsste gerne nochmal, wie sich eigentlich mein jugendliches Ich oder mein Studentinnen-Ich gefühlt hat. Aus dieser Zeit habe ich aber nur sehr wenige Aufschriebe. Wenn ich dagegen wissen will, was vor fünf Jahren war, kann ich in einem meiner ersten Bullet Journals nachsehen – und feststellen, wie viele meiner Wünsche und Ziele bereits in Erfüllung gegangen sind! Das feiere ich dann mit dem bewussten Wahrnehmen tiefer Dankbarkeit – und manchmal hüpfe ich durch den Raum oder tanze ein fröhliches Lied trällernd durch die Wohnung. Probier es mal aus, das ist nicht nur was für Disney-Prinzessinnen ;)

Manchmal ist es auch wichtig, einfach mal fertig zu sein und ausruhen zu können. Dann darf das Feiern im bewussten Loslassen bestehen – und zum Beispiel in einem Thermenbesuch am nächsten Tag. So mache ich das zumindest ^^

In diesem Sinne mache ich jetzt Feier-Abend. Alles Gute und bis bald!
Deine Iris

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