Was ist Informationsüberflutung – und was kannst du dagegen tun?

Wie voll kann ein Gehirn werden? Hast du manchmal das Gefühl, dass deins kurz vorm Platzen ist? Dann kann es sein, dass du an Informationsüberflutung leidest. Was das ist und wie du dich davor schützen kannst,  das erfährst du in diesem Artikel.

Wenn Wissen wertlos wird

Informationsüberflutung ist vom Wort her nicht allzu schwer zu verstehen: Du wirst von Informationen überflutet. Viel zu viel, was du dir angeblich unbedingt merken musst, drängt auf dich ein, bis du nicht mehr weißt, worum es überhaupt geht. Das kann Werbung sein, Neuigkeiten aus aller Welt, der aktuelle Klatsch und Tratsch oder auch – woran wir meist nicht denken – allerlei “Wissenswertes”. 
Dein Gehirn versucht, das alles gleichwertig zu verarbeiten, und ist davon überfordert. Du wirst unkonzentrierter, kannst dir weniger von dem merken, was für dich eigentlich wichtig ist, und reagierst langsamer auf die Informationen, die es wirklich erfordern würden. Es entsteht Stress, zumal du durch das übermäßige Angebot gleichzeitig den Eindruck hast, zu wenig zu verarbeiten! 

Auch verzerren viele Informationen, vor allem wenn sie einseitig vermittelt werden, deine Wahrnehmung der Welt. So hältst du Dinge für wahrscheinlich, die gar nicht so häufig auftreten, einfach weil du oft davon gehört hast. Das nennt man Verfügbarkeits-Heuristik. Die ist zum Beispiel der Grund, warum viel mehr Menschen Angst vor einem Flugzeugabsturz haben, als statistisch gesehen angemessen ist – die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, ist ca. 3x so hoch! (Quelle: https://flugangstlos.de/flugzeugabsturz-statistik/). Aber weil bei jedem Flugzeugunglück die Nachrichten voll davon sind, glauben viele, die Gefahr wäre viel größer, als sie eigentlich ist. 
Wo das bei persönlicher Angst zwar doof für den Betroffenen, aber kein weitreichendes Problem ist, kann es richtig ernst werden, wenn z.B. Flüchtlinge attackiert werden, bloß weil jemand zu häufig davon hört, dass es sie gibt, und daraus schließt, dass es bedrohlich viele sein müssen. 

Die vielen Informationen sind also oft nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich. Aber warum reagieren wir als Menschen überhaupt so massiv auf die Informationsflut? Ist das nicht ziemlich unpraktisch eingerichtet von der Natur? Ja und nein. 

Wieso beeinflusst uns Informationsüberflutung?

Dass wir uns von Neuem angezogen fühlen, ist zunächst einmal ganz normal und nützlich. Unser Gehirn hungert nach Informationen, weil es damit die Welt besser einschätzen zu können glaubt. Und in unseren Anfängen war das auch so: Wusste der Höhlenmensch mehr über das Verhalten der Raubtiere, die Beschaffenheit giftiger Pflanzen oder die Anzeichen eines Wetterwechsels, konnte das für sein Überleben maßgeblich sein.

Natürlich ist es auch für unsereins nützlich, eine Fliegenpilz von einem Champignon zu unterscheiden, doch anders als früher ist nicht jede neue Information für uns tatsächlich relevant. Wir erhalten viel mehr Informationen, als für uns sinnvoll sind zu kennen. Bildlich gesprochen bekommen wir nicht nur die Neuigkeiten über den Wildwechsel in unserem Jagdrevier, sondern über sämtliche Wildwechsel in Afrika. Das hat zwar langfristig für uns Relevanz, weil wir so auch die größeren Zusammenhänge verstehen und uns als Menschheit weiterentwickeln können. Doch gerade in diesem Moment, wenn wir uns darauf konzentrieren sollten, unsere Jagd zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, hilft uns das rein gar nichts. Im Gegenteil: Wir werden abgelenkt und verlieren unser Ziel aus den Augen. 

Der menschliche Fortschritt – den wir auch einer schnellen Informationsübermittlung verdanken – hat die ursprünglichen Funktionen des Gehirns an vielen Stellen bereits hinter sich gelassen. Das kann zu großen Problemen führen, wenn unser vielschichtiges Gehirn versucht, alte Mechanismen auf neue Begebenheiten anzuwenden – explizit den extremen Overload, den wir durch die vielen Medien und natürlich das Internet erleben. Zum Glück ist unser Gehirn auf der anderen Seite durchaus in der Lage, dem bewusst entgegen zu steuern. 

Was kannst du dagegen tun?

Was würdest du gegen eine Überflutung bei einem Fluss tun? Zum Beispiel einen Damm bauen. Dein Damm gegen die Informationsflut sind Spam-Filter, das Ausschalten der Push-Benachrichtigungen auf deinem Handy oder Newsletter abzubestellen. Natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten, darauf gehe ich in einem anderen bald Artikel näher ein.

Auch hilfreich ist, dich immer wieder zu fragen, ob es dir etwas gebracht hat, dich über ein Thema zu informieren. In Wikipedia zu stöbern mag noch den Anstrich von Gelehrsamkeit haben. Aber sei ehrlich: 

  • Wie viel weißt du nach zwei Stunden Weiterklicken noch vom ersten Artikel, den du dir angeschaut hast?
  • Wie verändert das, was du gelernt hast, dein Leben? 

Dieselbe Frage kannst du dir übrigens auch bei “wichtigen” Informationen wie Nachrichten zu politischen Entscheidungen im nahen Osten oder dem Steuer-Skandal irgendeines Konzern-Chefs stellen: 

  • Was ändert sich dadurch wirklich in DEINEM Leben (außer, dass deine Laune schlechter wird)? 
  • Wie beeinflusst dieses Wissen deine Handlungen?
  • Ist dieser Einfluss groß genug, dass sich die Last auf deinem Gehirn dafür lohnt?

Ja, wir können manchmal nicht absehen, wozu uns eine Information in Zukunft noch nützen kann. Doch weit häufiger, als dass uns ein wirklich hilfreiches Stück Information verloren geht, wenn wir nicht ständig up to date bleiben, ist dass es uns einfach fertig macht. Das muss nicht sein! Wir können durchaus ein gebildetes und soziales Leben führen, ohne alles zu wissen, was auf der Welt vor sich geht. An den richtigen Stellen Abstriche zu machen, schont deine Neuronen und schärft deinen Fokus auf die wichtigen Dinge. 

Du willst die für dich wichtigen Dinge wieder in den Fokus rücken, weißt aber nicht wie? Ich helfe dir mit einem kostenlosen Wegweiser-Gespräch!

Fazit

Informationsüberflutung überlastet unser Gehirn und verzerrt unsere Wahrnehmung. Auch wenn Wissen die Menschheit als Ganzes weiter bringt, ist es nicht sinnvoll, als Einzelner alles erfassen zu wollen. Für mehr Entspannung und Fokus sorgen Filtersysteme und ein bewusster Umgang mit der Frage: “Was ist für mich überhaupt sinnvoll zu wissen?”


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