Wie du dein Ziel im Auge behalten kannst

Du hast viele Ideen, was du alles tun kannst. Vielleicht gelingt dir auch ein ganz guter Start, solange du noch motiviert und voll bei der Sache bist. Doch dann kommt etwas dazwischen, du bist vielleicht mal nicht so gut drauf und zack – ist dein Ziel aus dem Blickfeld verschwunden. Damit du dann nicht wild rotierst und nur noch das Nächstliegendste tust, während eigentlich etwas ganz anderes sinnvoll wäre, gebe ich dir heute drei Tipps an die Hand, wie du dein Ziel im Auge behalten kannst.

1. Wortwörtlich: Mach dein Ziel sichtbar

Oft verlieren wir unser Ziel aus dem Blick, weil wir es nur vor unserem geistigen Auge haben, aber nicht vor unserem tatsächlichen. Dann wird es leicht von den Dingen verdrängt, die sich mal eben schnell in unser Gehirn schieben: Die Deadline eines Projektes, die Frage, wann du eigentlich das letzte Mal deine Eltern angerufen hast, oder die Sorge um die gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Folgen. Es gibt unzählige Dinge, die mit dem, was dich wirklich weiterbringt, oft gar nichts zu tun haben. Natürlich ist es sinnvoll, ein Projekt rechtzeitig zu Ende zu führen, gelegentlich deine Eltern anzurufen oder dich für eine bessere Zukunft zu engagieren. Aber nicht alles auf einmal und nicht statt der Dinge, die du eigentlich vor hattest. Deswegen ist es so hilfreich, deine Aufgaben, Wünsche und Ziele aus deinem Kopf heraus zu holen und sichtbar zu machen.

Das kannst du auf ganz unterschiedliche Arten tun: Schreibe dir dein Ziel auf einen Zettel, male dir ein symbolisches Bild oder, wenn du nicht so gerne selber zeichnest, suche dir ein passendes Bild im Internet, bei dem du immer wieder daran denkst, worum es dir eigentlich geht. Du kannst dir auch eine Collage all deiner Ziele und Lebensträume basteln. (Unter dem Schlagwort “Vision Board” findest du im Internet zahlreiche Ideen, wie so etwas aussehen kann.) 

Halte es einfach

Du musst es dir nicht komplizierter machen als notwendig. Ein Satz auf einem Post-It, das du an deinen PC-Bildschirm klebst oder an deinen Spiegel, und du reduzierst die Wahrscheinlichkeit, dein Ziel aus den Augen zu verlieren, um ein Vielfaches. 

Tipp gegen Ver-Zettelung: Manche Menschen (ich auch manchmal) neigen dazu, viele neue Ideen, Affirmationen und Vorhaben zu notieren, um möglichst alles im Blick zu behalten. Wenn du zu viele Zettel hast, geht das aber nach hinten los: Dein Gehirn fängt dann an, den Großteil davon auszublenden! Geh also immer mal wieder deine Zettelsammlung durch und entferne alles, was du nicht unbedingt im Blickfeld brauchst. So stärkst du die wirklich wichtigen Dinge.

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2. Plane Rückblicks- und Nachjustierungszeiten ein

Unabhängig davon, ob du einen geregelten Tagesablauf hast oder nicht, lohnt es sich, immer wieder einen Blick zurück zu werfen und zu schauen, ob du noch auf der richtigen Spur bist. Das kann jeden Abend sein, jede Woche oder auch nur einmal im Monat, Hauptsache, du machst es regelmäßig und nimmst dir Zeit dafür (wenn du denkst, du hättest nicht genug Zeit, ist dieser Blogartikel etwas für dich). Was du dann machst, ist dir zu überlegen, was du in der letzten Zeit alles getan hast, und was du in der nächsten Zeit tun möchtest:

  • Was war sinnvoll, wo hast du dir selbst im Weg gestanden?
  • Welche Aufgaben sind dir leicht gefallen, welche schwer?
  • Was hat dich deinen Zielen näher gebracht? Und wo hast du dich von ihnen entfernt?
  • Was möchtest du in der nächsten Zeit anders machen?
  • Worauf willst du dich konzentrieren?
  • Was ist dir gerade besonders wichtig?

Es bringt zwar auch schon etwas, wenn du das einfach so nach Gefühl machst, aber noch effektiver ist es, wenn du dir deine Erkenntnisse aufschreibst. Und damit zu:

3. Schreibe Tagebuch

Es liegt in der Natur des Menschen, seinen gegenwärtigen Zustand zum Maßstab seiner Erinnerungen zu machen. Sprich: Was wir jetzt wissen oder zu wissen glauben, beeinflusst unsere Annahmen darüber, was wir zu einem vergangenen Zeitpunkt erlebt oder gefühlt haben. Deswegen sind z.B. Suggestivfragen vor Gericht verboten: Wenn der Zeuge gefragt wird, ob er den Angeklagten vor oder nach dem Mord erkannt hat, wird es schwieriger für ihn in Frage zu stellen, ob es überhaupt der Angeklagte war, den er da gesehen hat. 

Was hat das mit deinen Zielen und dem Tagebuchschreiben zu tun? Ganz einfach: In ein Tagebuch schreibst du genau das, was du jetzt gerade fühlst. Was du dir wünschst, wovor du Angst hast, welche Probleme und Optionen du siehst. Oder auch, dass du darauf gerade keine Antwort weißt. Wenn du dann später nochmal einen Blick hinein wirfst, kannst du viel mehr daraus lernen, als wenn du nur die Dinge noch im Kopf hast, die besonders einprägsam waren (vgl. Punkt 1). Du wirst z.B. sehen, worüber du dir Sorgen gemacht hast und wie viel davon wirklich schief gegangen ist (meist ist es weniger, als man dachte). Und du kannst sehen, welche deiner Ziele du erreicht hast und welche dich vielleicht inzwischen auch gar nicht mehr interessieren. Das verschafft dir einen enormen Vorteil gegenüber demjenigen, der immer nur von seinem aktuellen Standpunkt aus sehen kann, was in ihm vorgeht.

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Foto von Peter Jones auf Unsplash

Schreibe auf deine Weise

Du musst übrigens deine Sätze nicht mit “Liebes Tagebuch” anfangen, jeden Tag 3 Seiten schreiben oder sonst irgendeinem Muster folgen. Deine Art ist genau die richtige. Ich empfehle dir allerdings, 1. einigermaßen lesbar zu schreiben und 2. nicht jeden Kleinkram zu notieren, (z.B., was du zum Frühstück hattest oder wie genau das Wetter ist), denn das interessiert dich in ein paar Jahren nicht mehr.

Aber mach es dir auch hier nicht zu kompliziert: Es muss nicht von Anfang an genau so sein, wie du es dann für immer und ewig weiter machen wirst. Fang einfach an, besorge dir ein schönes Notizbuch und schreibe jeden Tag ein paar Schlagworte hinein (Datum nicht vergessen!). Mit der Zeit wirst du dann merken, was dir besonders wichtig ist, und davon umso mehr notieren (ich finde es z.B. sehr lehrreich, wenn ich die Stellen wieder lese, an denen ich besonders unsicher oder frustriert war, oder aber mich etwas sehr begeistert hat. Dadurch kann ich sehen, wie ich mich entwickelt habe, und häufig auch für meine aktuelle Situation gute Hinweise bekommen, worum es mir gerade wirklich geht). 

Zusatz-Tipp: Nimm dir auch mal einen schönen Tag die Zeit, eine sog. Bucket List oder Löffelliste zu erstellen. Das ist eine Liste mit Dingen, die du in deinem Leben unbedingt einmal machen möchtest. Je mehr du darüber weißt, was du eigentlich gerne einmal erleben willst, desto leichter kannst du aus deinen Ideen Ziele, aus den Zielen Pläne und aus den Plänen echte Erlebnisse machen – statt am Ende deines Lebens zurück zu blicken und dich zu fragen, was du eigentlich die ganze Zeit gemacht hast. 

Fazit

Ziele bleiben oft nicht von selbst im Gedächtnis. Um deinen Fokus zu bewahren hilft es, sie schriftlich zu fixieren – Aktuelles auch gerne in Sichtweite platzieren! – und ab und an einen Blick zurück zu werfen. So kannst du deine Entwicklung besser nachvollziehen und größere Klarheit darüber gewinnen, wie es für dich weitergehen kann. 


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