Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 1

Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 1

Die Hausarbeit ist für viele ein rein mechanisches Thema: Aufgaben werden abgearbeitet, Freude macht das keine, aber es muss halt sein. Aber ist das wirklich die einzige Möglichkeit? Du ahnst es schon: natürlich nicht.

In dieser Artikelreihe zeige ich dir, wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst – und zwar ohne dich irgendwie auszutricksen oder zu etwas zu zwingen.

Erinnere dich, was Hausarbeit wirklich ist

Der ganze Sinn dahinter, Ordnung zu schaffen, zu putzen, Dinge zu sortieren usw. ist es, dich besser zu fühlen. Es ist weniger Stress, etwas direkt zu finden, als es lange suchen zu müssen. Es ist angenehmer, von sauberen Tellern zu essen, als die Reste vom letzten Mal dabei zu haben. Hausarbeit ist ein Werkzeug, es dient einer angenehmeren Lebensweise. Deswegen ist es so wichtig, ihre Grenzen zu kennen, denn sonst wirst du der Diener des Werkzeugs, und das fühlt sich natürlich nicht richtig an.

Im Alltag rutschen wir allerdings immer wieder von dieser Ansicht weg. Dann “musst” du noch aufräumen, abwaschen oder einkaufen gehen, es wird stressig. Durch die stetige Wiederkehr der menschlichen Bedürfnisse nach Nahrung, Sauberkeit, Akzeptanz von außen und allgemein Leichtigkeit (die eben auch durch Ordnung entsteht, sofern sie erst einmal erreicht wurde) kommt leicht Druck zustande. Wichtig ist, dich zu erinnern, dass etwas, nur weil es sich wiederholt, nicht automatisch ein Problem sein muss. Atmen tust du ja auch dauernd, du denkst noch nicht einmal daran. Hausarbeit ist nur deshalb schwieriger, weil die wenigsten es von klein auf gewöhnt sind, sich damit zu befassen. Glücklicherweise sind wir als Menschen in der Lage, uns auch nachträglich noch neu auszurichten, uns Dinge anzugewöhnen und vor allem: alte Muster zu hinterfragen.

Kenne dein Warum

Ob du überhaupt etwas im Haushalt machst oder nicht, und wie du dich damit fühlst, ist zunächst einmal immer DEINE Entscheidung. Allerdings wird diese oft zugunsten des schlechten Gewissens ausfallen, weil der Drang nach Akzeptanz naturgemäß sehr stark ist. Was hat Haushalt mit Akzeptanz zu tun? Wenn ein Höhlenmensch seine Höhle nicht zumindest halbwegs sauber gehalten hat, hat er Krankheiten angezogen. Natürlich wurde er dann gemieden. Wer aber in frühester Zeit vom Stamm gemieden wurde, lebte nicht lange. Heute ist es zwar nicht mehr ganz so drastisch, doch besteht bei vielen Menschen noch eine große Angst davor, einen schlechten Eindruck zu hinterlassen, weil sie (bewusst oder unbewusst) fürchten, damit ihre Chancen zu verringern. Dass es heutzutage die Möglichkeit gibt, einen neuen Stamm zu finden, der weniger auf Äußerlichkeiten achtet, ist diesem alten Teil des Gehirns nicht bewusst.

Das soll übrigens kein Plädoyer dafür sein, zu verwahrlosen oder wie Michael Jackson umzuziehen, sobald einem die Wohnung zu dreckig geworden ist. Es geht darum, sich von aufgezwungenen Idealen frei zu machen. Wenn deine Nachbarin die Nase rümpft, weil du seit einigen Monaten die Fenster nicht mehr geputzt hast, ist das ihr Problem. Wenn du deswegen die Sonne nicht mehr sehen kannst, ist es deins. Es geht dabei aber um die Freude, die dir entgeht, nicht um die Norm, die du nicht erfüllst. (Natürlich kann es auch eine Freude sein, von anderen akzeptiert zu werden, du musst nur aufpassen, dass das nicht das einzige bleibt, was dich antreibt, weil du dann ganz schnell an den Punkt geraten kannst, dich – zurecht – zu fragen, warum du überhaupt jemandem gefallen willst, der dich mit ein bisschen Dreck in der Wohnung nicht mehr mögen würde.)

Kultiviere deine Freude an der Sauberkeit, dann steigt auch deine Motivation zu putzen.

Freude kultivieren kannst du, indem du sie überhaupt erst wahrnimmst. Putze nicht so lange, dass du hinterher nur noch erschöpft aufs Sofa fallen kannst, sondern hör vorher auf und feiere deinen Zwischenerfolg: der Schreibtisch, auf dem du deine Notizen findest, das gespülte Geschirr, auf dem du dir etwas Leckeres zu essen machen kannst, der Teppich, auf den du dich drauflegen kannst, ohne dich hinterher abklopfen zu müssen… Finde heraus, was dir die Ordnung konkret für deine Freude bringt, und genieße es. So baust du den Frust, den der Gedanke ans Putzen bringt, sukzessive ab.

Klar wird es Tage geben, an denen du trotzdem keinen Bock auf Hausarbeit hast. Und das ist ok.

Lass es auch mal gut sein

Perfektionismus ist eine regelrechte Volkskrankheit geworden. Im Vergleich mit der super-sauberen Wohnung aus der Werbung muss unser eigener Wohnraum – in dem tatsächlich jemand LEBT – immer irgendwie unfertig wirken. Es gibt immer noch eine Ecke, die man besser wischen könnte, Gewürze, die schöner aufgereiht sein könnten, oder einen Ordner, der sauberer sortiert sein könnte. Gerade wenn du unzufrieden mit deiner Ordnung bist, ist es leicht, dich durch Vergleiche komplett runter zu ziehen. Der innere Dialog geht dann ganz schnell in Richtung Selbstvorwürfe, die Motivation sackt auf die Ebene des schlechten Gewissens. Freude ade.

Wie kannst du das verhindern?

  1. Gewöhne dir das Vergleichen ab. Wenn du im Internet Bilder von sauberen Wohnungen siehst, nimm sie als Anregung, nicht als Vorwurf. Das ist leichter gesagt als getan, aber ich kann dir versprechen: es wird leichter (wie jede Gewohnheit).
  2. Übe dich in kleinen Erfolgen, dann steigt dein Vertrauen auf die Zukunft. Wenn du eine gute Routine für einen kleinen Bereich findest, z.B. direkt nach dem Essen das Geschirr zu spülen, wird es in Zukunft weniger Zeit und Anstrengung erfordern, diesen Bereich in Ordnung zu halten. Du fühlst dich souveräner und hast weniger Stress.
  3. Akzeptiere Entropie. Es ist ganz normal, dass sich eine Wohnung in Richtung Unordnung entwickelt. Wir benutzen Dinge, die an ihren Platz zurück zu stellen Energie kostet. Diese Energie haben wir nicht immer. Dagegen anzukämpfen, macht es nicht besser, im Gegenteil, denn auch der Kampf kostet wieder Energie.
  4. Kenne die Hintergründe für deinen Perfektionismus. Es kostet Energie, Ordnung herzustellen, aber es setzt auch welche frei. Wenn du weißt, dass du an einem aufgeräumten Schreibtisch besser arbeiten kannst, wird es dir leichter fallen, diese Energie aufzubringen. Wenn du allerdings darin untergehst, jedes Staubkrümelchen zu entfernen, verfehlst du den Sinn. Dann steht aber auch etwas anderes dahinter. Vielleicht hast du z.B. Angst davor, dass deine Arbeit nicht gut genug ist, und blockierst dich mit deinem Perfektionismus, um nicht anfangen zu müssen. Wenn du merkst, dass du es übertreibst, versuche zu ergründen, worum es dir wirklich geht.
  5. Nutze eingängige Regeln. “Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass…” ist ein Hinweis, der beruhigt. Berufe dich im Zweifel auf bereits von anderen gewonnene Erkenntnisse. Ein gutes Beispiel ist die 80:20-Regel, ein Klassiker im Zeitmanagement, auch das Pareto-Prinzip genannt. Es besagt, dass 80% der zu bewältigenden Aufgaben 20% der Zeit in Anspruch nehmen. Der Perfektionismus, der die letzten 20% der Aufgabe auch noch bewältigen will, braucht also unverhältnismäßig viel Zeit, um das zu tun. Nutze diese Zeit lieber, um weitere Aufgaben auf 80% zu bringen. So hast du am Ende viel mehr geschafft.
"Gut genug" bringt mehr als "perfekt"
“Gut genug” bringt mehr als “perfekt”

Setze Prioritäten – auch zugunsten anderer Bedürfnisse

Die Beschäftigung mit dem Thema Hausarbeit ist eine Investition: eingespielte Routinen lassen sich ohne nachzudenken anwenden, ein Putzplan schafft Übersicht, in sauberer Wäsche fühlst du dich frisch und machst einen guten Eindruck. Manchmal brauchst du allerdings auch Abstand, vor allem wenn es anfängt, sich eng und nach Pflicht anzufühlen. Dann tut es gut, mal auf die Meinung der anderen zu pfeifen, die Wollmaus in der Ecke sein zu lassen und sich zu entspannen.

Sei dabei aber ehrlich mit dir: tut es dir gerade wirklich gut, die Aufgaben liegen zu lassen?

Wenn ja: Atme durch, halt deinem inneren Kritiker ein herzliches “Danke für deinen Hinweis, aber ich achte gerade auf mich, und das ist wichtiger” entgegen, leg die Füße hoch und genieß es! Tank dich mal wieder richtig auf oder kümmere dich um das Projekt, das vielleicht die Zeit in Anspruch nimmt, die du für die Hausarbeit reserviert hattest, aber dein Herz gerade wirklich zum Hüpfen bringt.

Wenn nein: Stell dich deinen Ausreden. Irgendetwas vermeidest du gerade, und es funktioniert nicht, es zu ignorieren. Vielleicht ist es an der Zeit – statt der Hausarbeit, aber auch statt auf dem Sofa rumzuliegen und am Handy zu zocken – deinen Mut zusammen zu nehmen und zu schauen, wovor du dich gerade drückst. Du kannst sicher einen besseren Weg finden, damit umzugehen.

So oder so: hinterher hast du neue Kraft gewonnen, und auch die Hausarbeit geht dir wieder leichter von der Hand.

Fazit

Hausarbeit ist ein Mittel zum Zweck. Sobald sie sich nach Pflicht anfühlt, lohnt es sich, nachzuprüfen, worum es gerade wirklich geht. Finde deine Motivation im Inneren, indem du dir klar machst, welche Freuden du dir durch die Hausarbeit ermöglichst, und gib dir den Freiraum, in deinem Tempo vorzugehen.

Weitere Tipps für motiviertere Hausarbeit gibt es nächste Woche!

Wenn es dir schwer fällt, das Thema Hausarbeit in den Griff zu kriegen, begleite ich dich gerne dabei mit meinem Alltags-Amazonen-Coaching.

4 Replies to “Wie du dich zur Hausarbeit motivieren kannst Teil 1”

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