Durch Fokus weniger tun und mehr schaffen

Fokus ist der Schlüssel zu entspannterer Produktivität

Wir haben alle viel vor, aber alles umzusetzen, was wir uns wünschen, das gelingt den wenigsten. Die meisten machen dann den großen Fehler, sich über sich selbst zu ärgern – und sich gleich noch ambitioniertere Ziele zu stecken. Getreu nach dem Motto: “Mehr bringt mehr.” Sie übersehen dabei, dass es nicht die Fülle der Aufgaben ist, die den Erfolg bringt, sondern wie diese umgesetzt werden. Kurz gesagt fehlt ihnen ein wichtiges Element: Fokus.

Wie funktioniert Fokus?

Der Fokus ist der Brennpunkt. Bei einer Lupe laufen dort die gebündelten Strahlen so zusammen, dass du damit ein Feuer entzünden kannst. Und in deinem Leben laufen dort deine gebündelte Aufmerksamkeit und deine Handlungen so zusammen, dass Erfolg entsteht. 

Was bedeutet das konkret? Schau dir mal deine Wünsche für dieses Jahr an. Da könnte z.B. so etwas dabei sein wie “mehr Sport machen” oder “mehr Geld verdienen”. Das passiert aber nicht von allein bzw. nur weil du dir das irgendwie vornimmst. Es braucht konkrete Umsetzungsideen, eine Strategie (die zu dir passt!). Und dann musst du diese Ideen auch noch anwenden. 

Stell dir vor, du willst eine Bewerbung schreiben, aber dann fällt dir ein, dass du ja noch einkaufen wolltest. Oder du bekommst eine Nachricht auf dein Handy, dass ein Freund von dir etwas in Facebook gepostet hast. Oder du fängst an, nach der Firmenadresse zu googeln und landest am Ende bei einer Dokumentation über Schnabeltiere. Die Bewerbung ist natürlich nach wie vor ungeschrieben. Was ist passiert? Du hast deinen Fokus verloren – bzw. ist er von einem Thema zum nächsten gewandert, weil du es nicht gewöhnt bist, ihn bei der Sache zu halten.

Womöglich hast du in der Zwischenzeit sogar einiges geschafft: Du hast deinen Kühlschrank gefüllt, deine sozialen Kontakte aufrecht erhalten und etwas über Schnabeltiere gelernt – aber war es das, was du eigentlich wolltest? Nein.

Und damit wird dein Erfolg etwas, was er nicht sein sollte: zufällig. Vielleicht machst du, während du eigentlich etwas anderes vorhattest, zufällig etwas, das dich deinen Zielen näherbringt, aber vielleicht auch nicht. Deswegen ist Fokus wertvoller als Produktivität!

Tu weniger

Du hast mehr davon, wenn du einige wenige Aufgaben effektiv erledigst, die dich deinem Ziel näherbringen, als viel von irgendwas zu schaffen. Wenn du das verstehst und anzuwenden lernst, wirst du deutlich entspannter deine Aufgaben erledigen können – denn oft ist es v.a. die Fülle an Aufgaben, die uns überfordert, weniger der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Aufgaben.

Oder anders ausgedrückt: Entscheide dich auch bei deinen Aufgaben für Qualität statt Quantität. So schaffst du mehr und stresst dich gleichzeitig weniger. 

Das hat noch einen positiven Nebeneffekt: Du wirst weniger leicht das Opfer von Schein-Produktivität. Was ist das? Wenn du z.B. in einem Handy-Spiel ein neues Level erreichst, dann schüttet dein Gehirn Dopamin aus. “Yeah, ich habe was geschafft!”, sagt es sich und fühlt sich gut.

Das alleine ist nicht das Problem, du kannst dir ja über das freuen, was du erreichst. Der Knackpunkt ist, dass du bereits das Gefühl hast, viel getan zu haben, aber gleichzeitig mit den Aufgaben, die für dein Leben wichtig sind, nicht vorangekommen bist. Die dann anzugehen wird deutlich schwieriger, denn dein Hirn sagt sich: “Ich habe heute schon genug geleistet, warum soll ich noch mehr machen? Das ist ungerecht!” Und schon hast du keine Lust mehr. (Andere Beispiele für diesen Effekt sind Tätigkeiten wie Emails checken, Social Media – Nachrichten durchgehen oder zum dritten Mal deine Aufgaben umzuplanen, obwohl du es gerade erst gemacht hast.)

Diesen Effekt kannst du umgehen, indem du deinem Gehirn solche Dopamin-Häppchen wirklich nur in kleinen Portionen gibst, am besten auch erst als Nachtisch. Das fühlt sich am Anfang doof an, besonders wenn es gewohnt ist, jederzeit naschen zu können, aber mit der Zeit wird es weniger schwer, dem Drang zu widerstehen, und die Freude über die neugewonnene Produktivität wiegt den Schmerz über den Verzicht bald auf.

In den nächsten beiden Artikeln zeige ich dir, welchen Nutzen ein Jahresfokus für dich hat, und was du tun kannst, um ihn effektiv einzusetzen. 


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