Wie du dir Zeit-Räume schaffst

Keine Zeit? Das lässt sich ändern!

Im letzten Artikel habe ich dir die drei Schritte erklärt, die du gehen kannst, um deine Ideen entspannt umzusetzen. Als erstes geht es darum, dem Teufelkreis des “Keine Zeit” zu entkommen. Wie du das machst, erfährst du in diesem Artikel. 

Input reduzieren

Stell dir vor, du bist in einem Boot, das ein Leck hat. Ständig läuft Wasser hinein, du bist nur noch am Schöpfen, um nicht unterzugehen. Und jetzt sagt dir jemand, du sollst dir die Sterne ansehen, um deinen neuen Kurs zu bestimmen. Du wirst dir höchstens mal kurz an die Stirn tippen: Dafür hast du jetzt wirklich keine Zeit!

Auch in unserem Leben wäre manchmal ein Kurswechsel sinnvoll, aber vor lauter Pflichten und Alltagssorgen kommen wir nicht dazu, darüber nachzudenken, wo die Reise eigentlich hingehen soll. Deswegen ist der erste Schritt, uns die Zeit dafür zu verschaffen. Wie aber machst du das konkret, wenn du dauernd damit beschäftigst bist, deine Aufgaben abzuarbeiten? Wo kannst du ansetzen, um dir wenigstens ein bisschen Luft zu verschaffen?

Die Antwort ist: Beim Erstbesten. Wenn dein Boot ein Leck hat, bringt es nichts, erst den perfekten Stopfen zu schnitzen. Zuallererst musst du dafür sorgen, dass nicht sofort wieder alles voll läuft. Dafür nimmst du das nächste, was du in Reichweite hast: einen Lappen, eine Möhre von deinem Vesper, im Zweifelsfall deinen eigenen Fuß. Dann kannst du die Augen nach einer besseren Idee offen halten, dir etwas einfallen lassen, vielleicht auch eine Lösung maßschneidern. Aber du fängst mit dem nächstbesten an, was du zur Hand hast. 

Bei deinen Aufgaben kannst du das genauso machen. Wenn du völlig zu bist mit Projekten, nicht mal mehr Zeit zum Planen hast, stopfe das Leck, durch das die vielen Ansprüche reinkommen, mit dem erstbesten, das du findest: Schalte dein Handy stumm, sag unwichtige Termine ab, lass Dinge auch mal liegen. Das ist keine Dauerlösung, das soll es aber auch gar nicht sein. Der Knackpunkt besteht darin, die gewonnene Zeit zu nutzen, um eine langfristig funktionierende Lösung auszuarbeiten. Sonst stehst du mit einem Fuß auf dem Leck, während du weiter an den Klippen langschrammst und dir immer weiter dein Boot aufreißt. Bastle dir eine Notlösung, steuere von den Klippen weg, dann repariere, was kaputt ist, und dann kannst du dich auch wieder nach den Sternen umschauen. 

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Foto von Fausto García-Menéndez auf Unsplash

Missverständnisse auflösen

Der größte Druck, den wir beim Bearbeiten unserer Aufgaben haben, entsteht durch fehlerhafte Verknüpfungen. Nämlich wenn wir annehmen, dass etwas so und nicht anders gemacht werden müsse. Und deswegen die Anforderungen an uns unerfüllbar hoch werden. Wenn du z.B. gerne ordentlicher werden möchtest, kann in deinem Kopf ein Bild entstehen von akkurat aufgereihten Gläsern, staubkornfreien Oberflächen und perfekt gefalteter Wäsche. An diesem Bild hängt aber noch mehr: Der Gedanke an Minimalismus, an dem die Angst klebt, etwas aufgeben zu müssen, was dir lieb und teuer ist. Die Sorge davor, deine Persönlichkeit zu verlieren und in einer lieblos-sterilen Umgebung automatenhaft zu existieren. Der Gedanke an das saubere Büro, in dem ja dann auch die Papierstapel mit aufgeräumt werden müssen, und die Steuererklärung ist ja auch mal wieder fällig … Ohje! Unmöglich, das überhaupt anzufangen! 

Bei den meisten Aufgaben, die wir zwar einerseits sinnvoll finden, sie aber auch vor uns herschieben oder gleich ganz ablehnen, haben wir uns in einer Assoziationskette verrannt – einer unnötigen, wohlgemerkt.

Wer sagt denn, dass du nicht dadurch ordentlicher werden darfst, dass du einmal am Tag einen Gegenstand an seinen Platz zurück bringst? Wenn du das vorher nicht gemacht hast, bist du damit auf jeden Fall ordentlicher. Vorsicht, hier lauert gleich schon die nächste Assoziation: “Ja, aber wenn ich das immer so mache, komme ich ja gar nicht voran, dann kann ich es auch gleich lassen.” Wer sagt denn, dass du dich nach einem einfachen Einstieg nicht steigern darfst? Wer sagt, dass es nur ganz oder gar nicht gibt? Wer sagt das – und wenn dir wirklich jemand einfällt, der das sagt: Musst du wirklich auf denjenigen hören? Ist sein Leben wirklich so ausgeglichen, ist er wirklich so glücklich, dass sein Rat sinnvoll ist? Und ist er dir so ähnlich, dass sein Rat für DICH sinnvoll ist?

Möglichkeiten nutzen

Wenn es dir gelingt, ein paar fehlerhafte Verknüpfungen aufzudecken und vielleicht sogar zu knacken, ist schon viel gewonnen. Denn wenn du weißt, was du nicht machen musst, wird es leichter, herauszufinden, was du alles machen kannst. Und dann gibt es noch einen “Trick”, von dem ich immer wieder erstaunt bin, wie gut er funktioniert: Einfach mal ausprobieren. Wenn du Sorge hast, dein Handy nicht leise schalten zu können, weil du dann etwas Wichtiges verpasst, fang mit fünf Minuten an. Vielleicht wagst du dich dann das nächste Mal schon an zehn Minuten. Und nach drei Stunden Handypause merkst du plötzlich, wie wenig von dem, was du versäumt hast, überhaupt relevant für dich war. Außerdem hast du plötzlich viel mehr Zeit und Fokus zur Verfügung. 

Du kannst an vielen Punkten ansetzen, um mehr Zeit zu gewinnen (meine Zeitfresser-Checkliste kann dir dabei helfen, sie ausfindig zu machen). Versuch es einfach mal, geh ruhig so kleine Schritte aus deiner Komfortzone, wie du brauchst, aber mach dir immer wieder klar, wie gut das gerade funktioniert (denn das tut es in 90% der Fälle). Mit der Zeit merkst du dann, an wie vielen Stellen du dir unnötig Stress machst und Angst hast vor Konsequenzen, die überhaupt nicht eintreten – oder weniger schlimm sind, als die Angst davor es war. 

Fazit

Um aus dem Teufelskreis auszubrechen, dass du angeblich “keine Zeit” hast, braucht es etwas Mut und Klarheit. Aber grundsätzlich ist es nicht schwer: Stopfe das Leck mit dem erstbesten, was dir in die Finger kommt. Sprich: Reduziere den Input dort, wo es dir am leichtesten fällt. Hinterfrage deine Assoziationen mit einer Aufgabe, die du meidest. Wer sagt, dass es genau so sein muss? Probier es einfach mal aus, es ein bisschen anders zu machen – du wirst überrascht sein, wie viel auf einmal möglich ist. 

Ich plane einen Kurs zum Thema “Zeit-Räume schaffen”, der jeden dieser Punkte noch einmal genauer aufdröselt und dir hilft, diese Prinzipien auf deinen konkreten Alltag anzuwenden. Der Kurs kommt voraussichtlich im Herbst 2021 raus. Interesse? Trage dich hier in meinen Newsletter ein und du wirst über alle Neuigkeiten zum Kurs informiert (und natürlich auch zum Betatest eingeladen):

Und wenn du dich frei genug fühlst, deinen Kurs einmal grundlegend besser auszurichten, kannst du damit weitermachen, einen richtig guten Fokus zu setzen. Wie das geht, zeige ich dir im nächsten Artikel. 


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