Warum wir das Gefühl haben, im Kreis zu gehen …

 … obwohl wir uns eigentlich aufwärts bewegen

Niemand kann behaupten, wir wären faul. Wir machen uns Gedanken darüber, was wir tun, und wie wir es tun. Umso erschreckender ist es, wenn wir dann plötzlich eines Tages damit konfrontiert werden, dass es einfach nicht mehr klappt. Unsere Routine versagt und wir haben das Gefühl, wieder ganz am Anfang zu stehen. Als wären wir bei allem Machen und Tun im Kreis gegangen. Warum ist das so? Und – ist es überhaupt wirklich so?

Warum unsere Systeme versagen

Vor einigen Wochen schrieb ich über meine Schwierigkeit, regelmäßig Blogartikel zu veröffentlichen. Seitdem habe ich viel geschafft, u.a. jede Woche einen Artikel zu schreiben, doch flüssig läuft es nach wie vor nicht. Warum? Bin ich nicht konsequent jeden Tag daran gegangen, weiter zu arbeiten? Doch, und wie! Ich habe jeden Tag wichtige Aufgaben in Angriff genommen, bin große Schritte weiter gekommen und habe mich zugleich um all meine anderen Themen inklusive meiner Selbstfürsorge gekümmert. Ein Riesen-Erfolg! Und zugleich habe ich nach wie vor kein funktionierendes System, das das Blogschreiben für mich zur entspannten Alltags-Aufgabe macht. 

Ich fragte mich, warum, und stieß nach langem Hin und Her, nach Zweifeln, Überdenken und Nachfragen auf ein Phänomen, das alles erklärt: Warum mein System zugleich funktioniert und nicht funktioniert. Warum ich effektiv und effizient arbeite und dennoch immer wieder an Probleme stoße. Wie es möglich ist, dass ich ein Projekt nach dem anderen abschließe und trotzdem das Gefühl habe, immer mehr Themen unter einen Hut bringen zu müssen. 

Das große Geheimnis ist: ich wachse. Meine Systeme sind gut, sie sind hervorragend ausbalanciert – für mein kleineres Ich. 

Deswegen stoßen wir mit unserem Wissen an Grenzen. Nicht weil die Welt auf einmal größer geworden ist, sondern weil wir es sind, die nun weiter über den Tellerrand schauen können. Und dafür evtl. einen neuen Ansatz brauchen. Wir laufen nicht im Kreis – wir ersteigen eine Spirale! 

Was du tun kannst, wenn du den Eindruck hast, dass du immer wieder an derselben Stelle landest

  1. Atme tief durch. Selbst wenn du dich verlaufen hast und wirklich an derselben Stelle herauskommst, an der du vorher schon warst: den Kopf zu verlieren bringt gar nicht. Halte inne, komm runter und tritt einen Schritt zurück. Wo warst du, wo willst du hin? Welchen Weg bist du gegangen und warum hat er dich im Kreis geführt? Bist du wirklich an derselben Stelle oder kommt es dir nur so vor, weil es Ähnlichkeiten gibt?
  2. Mache dir Erfolge bewusst. Gerade wenn wir fleißig vor uns hin arbeiten, merken wir oft gar nicht, wie viel sich dadurch bewegt, was wir tun. Nimm dir Zeit, bewusst anzuerkennen, was du geleistet hast. Vielleicht ist deine Wohnung unordentlich – doch du hast bereits vier Säcke zur Altkleidersammlung gebracht! Womöglich hast du noch keine zahlenden Kunden – aber deine Homepage sieht viel besser aus als vorher! Vielleicht hast du noch nicht dein Traumhaus gefunden – aber du hast bereits Klarheit darüber, was du suchst! Es hat nichts damit zu tun, dich vorzeitig auf deinen Lorbeeren auszuruhen, wenn du anerkennst, was du geschafft hast. Du behauptest beim ersten Checkpoint nicht, bereits am Ziel zu sein. Aber du merkst, dass du wirklich von der Stelle kommst. Unterschätze das nicht!
  3. Akzeptiere das Nachjustieren als Teil des Prozesses. Wenn wir merken, dass etwas nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt hatten, kann das sehr frustrierend sein. Dann auch noch zuzugeben, dass wir nachjustieren müssen, kann sich wie Versagen anfühlen. Doch das muss es nicht! Du hast dir Mühe gegeben, und es hat nicht in allen Punkten den Erfolg gebracht, den du dir vorgestellt hattest. Das ist ok. Vielleicht hattest du sogar das perfekte System etabliert – für eine Etage tiefer. Das macht deine Anstrengungen nicht obsolet – ohne sie wärst du nicht so weit gekommen!
    Jetzt brauchst du ein neues – bzw. überarbeitetes – System für diese Etage. Das auch irgendwann überholt sein wird. Nicht weil es schlecht ist. Sondern weil du dich entwickelst.
  4. Stelle Einzelteile nicht Frage, nicht das gesamte Konstrukt. Nur weil du nicht jeden Tag alle Aufgaben schaffst, ist deine To-Do-Liste nicht umsonst. Bloß weil es nicht sofort zum Bestseller wird, ist dein Buch nicht schlecht. Nur weil du gerade keinen Partner hast, bist du weder dumm noch hässlich noch wertlos. Einzelheiten sind optimierbar, das ist immer so. Und ja, manchmal ist es auch sinnvoll, die Richtung in Frage zu stellen, in die du gehst, z.B. wenn du eine berufliche Laufbahn einschlägst, die dich unglücklich machen wird. Doch bei jeder Schwierigkeit an allem zu zweifeln, was du aufgebaut hast, bringt dich deinem Ziel nicht näher. Wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir wünscht, dann schau genau, woran es hakt. Und korrigiere das sanft nach. Den Rest lass in Ruhe weiterwachsen. 

Fazit

Wenn du glaubst, dich im Kreis zu bewegen, prüfe nach, ob du nicht in Wirklichkeit auf einer Spirale unterwegs bist. Es ist kein Wunder, dass du deine Systeme anpassen musst, wenn du ihnen entwachsen bist. Es ist sogar ein gutes Zeichen.

Wenn du dir Hilfe dabei wünschst, deine Spirale zu erkennen und dein System nachzujustieren, komm gerne in mein Alltags-Amazonen-Coaching!

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