3 Gründe, warum deine Neujahrsvorsätze scheitern – und was du stattdessen tun kannst

Ziele setzen funktioniert gut, wenn du diese Fallstricke meidest

Neues Jahr, neue Ideen – und nach kurzer Zeit schon neuer Stress, weil es nicht so klappt wie erhofft. Die erste Motivation ist verflogen, der Alltag hat sich wieder in den Vordergrund gedrängt, und was vor zwei Wochen noch wie ein Kinderspiel erschien, fühlt sich auf einmal unschaffbar an. Woran das liegt und was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Warum scheitern Neujahrsvorsätze?

Eigentlich immer aus dem gleichen Grund: Weil sie unrealistisch aufgestellt waren. Doch was heißt das genau?

Grund 1: Dein schlechtes Gewissen macht die Vorsätze für dich

Neujahr ist die Zeit, in der von allen Seiten Ideen auf einen einprasseln, wie man sein Leben ändern könnte. Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, Geld sparen, ausmisten … endlich mal all das tun, wozu man sonst zu faul ist! Und da haben wir auch schon den Grund, warum das nicht funktioniert: Weil du mit dieser Einstellung deine Motivation daraus ziehst, dich schlecht zu fühlen, und das funktioniert nie lange. 

Viel effektiver ist es, Dinge zu verändern, deren Sinn du erkannt hast, und zwar mit Verstand und Herz! Um abzunehmen reicht es nicht, die gesundheitlichen Vorteile zu kennen, du brauchst auch eine emotionale Motivation, die es schafft, dein Schmerz-Lust-Prinzip in die richtige Richtung ausschlagen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Die Diabetes-Statistik kommt gegen den leckeren Kuchengeschmack nicht an, das schafft sie nur in Verbindung mit dem Gefühl der Freude, wenn du dir vorstellst, wieder in deine Lieblingsjeans zu passen.
Nimm dir also nur Dinge vor, bei denen du mehr Gründe kennst, als dass du dich schlecht fühlst, wenn du daran erinnert wirst. Denn wenn das der einzige Grund ist, wirst du es wahrscheinlich nicht umsetzen. 

Grund 2: Du willst alles auf einmal ändern

Egal wie gut organisiert du bist, dein Tag hat immer nur 24 Stunden. Und die benutzt du bereits. Wenn du also etwas Neues etablieren willst, musst du dafür etwas anderes weglassen. Auch wenn das nur sowas ist wie am Handy rumzudaddeln – du bist es gewöhnt, deine Zeit darauf zu verwenden, und diese Gewohnheit musst du erst einmal ändern. Je mehr Gewohnheiten du aber gleichzeitig ändern möchtest, desto schwieriger wird es!
Wenn du also häufiger aufräumen, eine neue Sprache lernen und gleichzeitig mit dem Rauchen aufhören willst, ist dein System (mindestens!) dreimal so ausgelastet, wie wenn du nur eins davon umsetzt. Je drastischer die Veränderung (und bei Neujahrsvorsätzen neigen wir zur “jetzt aber richtig!”-Mentalität), desto größer die Belastung. Es ist kein Wunder, wenn dein System dann irgendwann die Bremse zieht und deine Vorhaben über den Haufen wirft. 

Auch wenn es dir so vorkommt, als würdest du dann gar nicht vorankommen können: Nimm dir lieber eine Sache nach der anderen vor. Wenn du eine neue Gewohnheit pro Monat einübst und dich nur darauf konzentrierst, diese zu erlernen und sonst alles beim Alten zu lassen, hast du nach einem Jahr zwölf neue Verhaltensweisen etabliert. Das kann einen enormen Einfluss auf dein Leben haben!
Wenn du dann auch noch lernst, die wichtigen von den unwichtigen Themen zu unterscheiden und dir die wichtigen zuerst vorzunehmen, bist du nicht mehr aufzuhalten 😉

Grund 3: Du konzentrierst dich auf Dinge, die du eigentlich gar nicht willst

Wenn du im Fernsehen oder auf Instagram jemanden siehst, dessen Leben perfekt zu laufen scheint, ist es leicht zu sagen: “Das will ich auch!” Doch du weißt weder, was diese Person tun und auch aufgeben musste, um dorthin zu kommen, noch ist garantiert, dass du in dieser Position ebenso glücklich wärst. Denn glücklich macht uns ein schönes Leben nur dann, wenn es uns auch entspricht.
Du bist genau da, wo du bist, weil du dich dorthin entwickelt hast. Vielleicht hatten unschöne Erlebnisse Einfluss darauf, du hast dir Dinge angewöhnt, die dir langfristig schaden, oder du bist aus anderen Gründen einfach gerade mit dir unzufrieden – das ist ok! Doch wenn du dich zu neuen Verhaltensweisen zwingst, die mit DIR nichts mehr zu tun haben, scheitern deine Pläne (hoffentlich!) – denn dein System wehrt sich, und zwar zurecht!

Es spricht nichts dagegen, dich verändern zu wollen. Doch Veränderung funktioniert nur dann auf eine gute Weise, wenn du vorher das akzeptierst, was ist. (Schau dir dazu gerne auch diesen Artikel an: “Warum Akzeptanz und Weiterentwicklung kein Widerspruch ist”.) Womöglich siehst du dann sogar, dass du gar nicht so viel verändern musst, wie du dachtest …

Ein Jahresfokus hilft dir, dich auszurichten, ohne dich festzunageln

Es spricht überhaupt nichts dagegen, sich feste Ziele zu setzen. Doch meistens stellen wir uns am Jahresanfang so viel vor, was wir anders machen könnten, dass es uns vollkommen überfordert, daraus Ziele zu machen. Eine spannende Alternative dazu kann der Jahresfokus sein. Dabei machst du dir weniger darüber Gedanken, welches neue Projekt du noch dazunehmen müsstest, sondern erschaffst dir einen Kompass, an dem du dich bei jeder neuen Entscheidung ausrichten kannst. Statt dir also dein Ziel vorzuhalten, so und so viel Kilo abzunehmen, erinnerst du dich beim Schreiben des Einkaufszettels daran, dass dir dieses Jahr deine Gesundheit wichtig ist. Wie du deinen eigenen Jahresfokus setzen und dich auch regelmäßig daran erinnern kannst, zeige ich dir im nächsten Artikel. 

Fazit

Neujahrsvorsätze scheitern zwar auch an Dingen wie “mangelnder Disziplin”, aber dahinter steckt meist etwas anderes. Konzentriere dich auf die positiven Aspekte deiner Ziele, nimm dir eins nach dem anderen vor und suche nach dem Weg, der wirklich zu dir passt – dann wirst du es viel leichter haben, deine Ziele auch umzusetzen. Ein Jahresfokus kann dir helfen, bei allen Veränderungen die Richtung beizubehalten. 

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