Warum du weniger schaffst, obwohl du mehr tust

Wie kann es dir gelingen, alles zu erledigen, was auf deiner To-Do-Liste steht, wenn dort ständig wieder neue Aufgaben landen? Vielleicht musst du einfach mehr oder noch schneller arbeiten? Oder geht es dabei um etwas anderes?

Die vielbeschäftigte Frau als Statusrolle

Frauen können heute mehr tun als früher (zumindest hierzulande). Sie dürfen arbeiten, es steht ihnen aber auch offen, ein Familienleben zu führen, und sie können Hobbys nachgehen. Am besten alles auf einmal, sonst ist frau ja nicht emanzipiert. Für viele Frauen wird so aus einem “Können” leider viel zu schnell ein “Müssen”. 

“Ich muss arbeiten, sonst bin ich abhängig!”
“Ich muss Kinder kriegen, sonst bin ich nicht weiblich!”
“Ich muss mich um meine eigenen Belange kümmern, sonst bin ich nicht selbstbewusst genug!”
Und natürlich “muss” dann auch noch das Ehrenamt, die Fortbildung und das elaborierte Hobby dazu, sonst bist du ja nicht freundlich, kompetent oder interessant genug. Oh je!

Wenn dann auch noch dazukommt, dass es an deinem Arbeitsplatz honoriert wird, möglichst gestresst zu sein und absolut unerreichbar, weil man ja soooo beschäftigt ist, wirst du die Idee, ständig mehr tun zu müssen, gar nicht mehr los. Der Knackpunkt ist: Du wirst dadurch gar nicht wirklich effizienter!

Beschäftigt und effizient ist nicht dasselbe

Stell dir einen Garten mit einem großen Rasen vor. Du hast eine Sichel und einen Rasenmäher. Entscheidest du dich dafür, die Sichel zu benutzen, wirst du sehr lange beschäftigt sein. Du kannst hinterher stolz sein, wie viel Zeit und Arbeit du in deinen Garten gesteckt hast – aber einen Unterschied sehen wirst nur du. Versteh mich nicht falsch, das kann sehr viel Wert sein – nur solltest du dir nicht einbilden, dass es damit objektiv besser ist. Besonders wenn du keine Freude daran hast, die Aufgabe auf diese Weise anzugehen, ist der Stolz danach höchstens ein Trostpflaster. Deine Lebenszeit ist dann nämlich trotzdem weg. Wenn du dagegen den Rasenmäher benutzt, ist das vielleicht nicht ganz so poetisch, aber gerade wenn du eigentlich anderes zu tun hast, kannst du dir damit viel Zeit sparen. (Auch eine Überlegung wert ist die Frage, ob der Rasen unbedingt heute gemäht werden muss …)

brown wooden bench under green tree during daytime
Foto von Robert Katzki auf Unsplash

Bei diesem Beispiel ist es natürlich ziemlich offensichtlich, wie die Optionen aussehen und was sich unter welchen Umständen mehr lohnt. Bei deinem komplexen Leben bedarf es etwas größerer Aufmerksamkeit, um die verschiedenen Möglichkeiten zu erkennen. Doch es lohnt sich! 

Wie du Busy-Work von echten Aufgaben unterscheidest

Die wichtigste Frage, die eine Aufgabe auf den Prüfstand stellt, ist: Warum mache ich das?

Bei einer “richtigen” Aufgabe ist die Antwort etwas wie:
“Weil ich dadurch meinen Lebenszielen näher komme.”
“Weil ich weiß, dass ich dadurch meine Liebsten glücklich machen kann.”
oder  auch “Weil es mir Freude macht.”

Busy-Work “antwortet” eher mit sowas wie:
“Weil das halt dazu gehört.”
“Weil ich sonst undankbar/unprofessionell/unattraktiv/unzulänglich bin.”
oder – der Klassiker – “Weil ich muss.”
Diese Antworten deuten darauf hin, dass es eigentlich um etwas anderes geht, um das du dich gerade nicht kümmerst.

Wenn du viel tust, ohne voran zu kommen, liegt es mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass du dich v.a. auf derartige “sekundäre” Aufgaben konzentrierst. 

Weniger tun und dabei mehr schaffen

Wenn du dich hingegen auf die Aufgaben konzentrierst, um die es eigentlich geht – wie du die erkennst, würde hier den Rahmen sprengen, aber in meinem Online-Kurs “Prioritäten-Power” gehe ich detailliert darauf ein – wirst du viel effizienter – und zwar wirklich. Du tust zwar weniger im Sinne dessen, dass du nicht ganz so viel auf deiner To-Do-Liste stehen hast und auch nicht den ganzen Tag von A nach B hetzt. Aber wenn du die Dinge tust, die dich wirklich voranbringen, kannst du jeden Tag die richtigen Schritte unternehmen, um dein Leben insgesamt zu verbessern – statt nur gerade das fertig zu kriegen, was unbedingt gemacht werden “muss”. Du hörst auf, in der Flut deiner Aufgaben herumzupaddeln, und fährst stattdessen auf einem Boot aus Fokus deinen Zielen entgegen.

Fazit

Es ist nicht die Menge an Arbeit, die dich weiterbringt, sondern die gezielte Auswahl der richtigen Aufgaben. Du musst nicht alle Ansprüche der Welt erfüllen (oder auch selbst an dich haben), denn du hast genügend großartige Ziele in dir, die dich führen können. Tu weniger, und dafür nur noch das, was primär sinnvoll ist, und deine To-Do-Liste wird wieder zum Tool, statt dich zu beherrschen.  


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