Selbstwirksamkeit, was ist das?

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbsterkenntnis – es gibt einige spannende Begriffe, die mit dem Selbst zusammenhängen. In diesem und den nächsten Artikeln soll es um ein sehr effektives Werkzeug gehen, das dir helfen kann, Dinge zu schaffen, die du sonst nicht für möglich gehalten hättest. Ich präsentiere: die Selbstwirksamkeit!

Wie ist Selbstwirksamkeit definiert?

“Unter Selbstwirksamkeit (self-efficacy beliefs) versteht die kognitive Psychologie die Überzeugung einer Person, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Geprägt wurde der Begriff von dem amerikanischen Psychologen Albert Bandura.”

Lexikon der Psychologie

Ohne Selbstwirksamkeit ist Erfolg unmöglich

Du kannst nichts schaffen, wenn du nicht daran glaubst, es schaffen zu können. Stell dir vor, du willst – nehmen wir etwas Einfaches – eine Tüte Chips aufmachen. Doch du bist überzeugt davon, dass du ein Versager bist, ein Schwächling. Meinst du, du kriegst die Tüte auf? Wohl kaum. Denn unser Gehirn ist darauf getrimmt, unsere Glaubenssätze zu beweisen. Um also die These “Ich bin ein Schwächling” zu bestätigen, wird dein Gehirn deine Muskeln anweisen, deine Kraft zu drosseln. Schließlich willst du ja nicht Unrecht behalten. Perfide – aber effizient.

Jetzt ist es selten so, dass wir an den einfachsten Fähigkeiten zweifeln. Doch ob du eine Tüte Chips öffnen oder einen Roman schreiben willst: das Prinzip ist dasselbe. Ohne den Glauben daran, dass du es schaffen kannst, ist die Idee zum Scheitern verurteilt.

Ist Selbstwirksamkeit ein Allheilmittel?

Selbstwirksamkeit hilft dir, an dich zu glauben. Aber sie gibt dir keine Fähigkeiten, die du nicht hast. Du kannst noch so begeistert von der Mauer springen, du wirst nicht fliegen (außer in deiner Fantasie), höchstens auf die Nase. Es gibt eine Grenze von Wunsch und Wahn, und es ist gefährlich, sie zu überschreiten, nur um besser an sich glauben zu können. Wobei sich ein paar Schritte über die Grenze an der einen oder anderen Stelle durchaus lohnen, um sich inspirieren zu lassen! Mein absoluter Lieblingsbeweis dafür: “Der Mann von La Mancha”.

Hingabe an eine – vielleicht auch unrealistische – Idee kann inspirierend wirken.

Der Begriff “Selbstwirksamkeit” geht nur von der Überzeugung aus, etwas schaffen zu können, er sagt nichts darüber aus, ob man es auch tatsächlich schafft. Das gilt es zu bedenken.

Aber: Macht sie das weniger nützlich? Ich denke nicht.

Skeptiker werfen Sätzen wie “Du kannst alles schaffen, wenn du nur an dich glaubst.” vor, falsche Hoffnungen zu wecken und einfache Lösungen vorzugaukeln, wo keine sind. Das mag stimmen, doch das Gegenteil ist genauso falsch: Nur weil sich nicht durch einen Gedanken allein aller Widerstand auflöst, heißt das nicht, dass genau dieser Gedanke nicht der richtige erste Schritt sein kann. Denn ohne Hoffnung gibt es keinen Fortschritt.

Fazit

Selbstwirksamkeit bedeutet, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Das kann zu Überschätzung führen, doch viel häufiger wird es scheinbar Unmögliches möglich machen. Denn die Zweifler sind vielleicht in der Überzahl, aber deswegen noch lange nicht im Recht.

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