20 Probleme mit der KonMari-Methode – und wie ich sie überwunden habe

Schon vor Corona hatte ich für diesen März geplant, einmal so richtig auszumisten. Mit System. Und wer sich mit Ausmist-Systemen befasst, kommt um Marie Kondo nicht herum. Auch ich zähle mich inzwischen zu ihren – moderaten – Fans. Im letzten Monat habe ich meine komplette Wohnung Stück für Stück unter die Lupe genommen und dabei 9 Umzugskisten voll ausgemistet.

Dabei sind mir einige Probleme begegnet, die mir bei meiner ersten Beschäftigung mit der KonMari-Methode nicht klar waren. Welche das sind, und v.a. wie ich sie gelöst habe, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist die KonMari-Methode?

Man kann mit der ausführlichen Beschreibung der Methode einen eigenen Blogartikel füllen und das ist bereits oft genug getan worden. Wenn du die Methode also noch gar nicht kennst, lies dich z.B. hier ein: https://denise-bucketlist.de/konmari-methode-erfahrungen

Es gibt auch eine Netflix-Serie zum Thema. Meiner Ansicht nach ist sie etwas zu amerikanisch, aber man kann einen Eindruck davon kriegen, dass es bei anderen noch viel schlimmer aussieht als bei einem selber 😉

Weitere Systeme wären z.B. das von FlyLady, das habe ich aber nicht ausprobiert und es ist mir glaube ich auch zu verspielt. Es könnte jedoch für dich das Richtige sein, wenn dir Marie Kondo zu penibel ist.

Vorteile der KonMari-Methode

Was ich an ihrer Methode richtig gut finde, ist die Frage, die “behalten oder nicht behalten” für mich sehr vereinfacht hat: Macht mich dieser Gegenstand glücklich?

Glücklich meint dabei übrigens nicht, dass mich der Anblick des Gegenstandes immer in Ekstase versetzt. Ich bin auch über einen Dosenöffner glücklich, weil ich weiß, dass ich ab und an gerne eine Dose öffnen möchte und es damit viel einfacher ist.

Ich habe gesehen, dass viele diese Frage schwierig finden, doch gerade wenn du eben nicht weißt, ob du etwas wirklich brauchst, ist es das Beste, auf dein Gefühl zu hören. Wenn dir das schwerfällt, üb es ruhig genau damit, das ist eine Fähigkeit, die sich zu lernen lohnt.

Auch vorteilhaft finde ich die Unterteilung in Kategorien. So ist ein großer Raum kein unüberwindbares Hindernis mehr, außerdem weißt du genau, wo du anfangen kannst. Plus: dir wird das Ausmaß deines Besitzes bewusst. Wenn du hier 20 und da 20 Bücher hast, rafft dein Gehirn nicht automatisch, dass du 40 Bücher besitzt, besonders, wenn du sie an verschiedenen Tagen ausmistest. Bei mir ist es so, dass ich aus Platzgründen die Bücher an verschiedene Orte verteile (Wohnzimmer, Büro, Keller), da geht schnell die Übersicht verloren, wie viele man eigentlich hat.

Meine Probleme mit der KonMari-Methode

Ein Monat (neben Home Office) hat für mich gut gereicht, die Wohnung einmal komplett durchzugehen. Ich habe viel geschafft in dieser Zeit, bin viel losgeworden und sehr zufrieden mit meiner neuen Ordnung, doch ich habe auch einige Probleme während der Methode gehabt, die dir vielleicht auch begegnen, wenn du sie anwendest.

Hier findest du 20 Probleme, mit denen ich in diesem Monat beim Ausmisten nach der Kon-Mari-Methode konfrontiert wurde, und wie ich sie gelöst habe:

  1. Spiritualität
  2. Manche Stoffe lassen sich nicht falten
  3. Ich habe nicht genug kleine bzw. kleinteilige Schachteln
  4. Das Nebenthema “ausmisten” hat bei mir durch die Motivation, die ich dafür hatte, viel Zeit und Energie eingenommen, die mir dann manchmal für anderes gefehlt hat
  5. Ich habe mehr Zeug als Platz, das fühlt sich in Summe schlecht an, die einzelnen Gegenstände will ich jedoch behalten
  6. Klamotten immer wieder falten
  7. Meine Dinge sind über verschiedene Haushalte verteilt
  8. Manche Sachen sind schwer loszuwerden
  9. Dinge aus ihrem bisherigen Stauraum zu holen, öffnet ein Fass, das womöglich schwer wieder zu schließen ist
  10. Mein Mann lässt seine Sachen unausgemistet
  11. Die Kategorie “Komono” ist viel zu grob
  12. “Irgendwann kommt nie”
  13. Ich will zu viel noch machen
  14. Selbstfürsorge
  15. Die Kisten mit den fertig ausgemisteten Sachen muss man auch irgendwo unterbringen
  16. Vorher-Nachher-Bilder 
  17. Was mache ich mit Tagebüchern?
  18. Allem einen festen Platz zu geben ist schwer
  19. Lästige Nacharbeit
  20. Dinge, die ich nie brauche, die aber trotzdem sinnvoll sind

1. Spiritualität

Die Methode beinhaltet ein paar Punkte, die nicht so meins sind. Z.B. die Überlegung, dass alle Gegenstände quasi eine Seele haben, weshalb man sich bei ihnen bedankt für die Arbeit, die sie für einen leisten. Deshalb soll man z.B. auch Socken nicht zusammenknäulen, sie haben es schließlich in unserem Alltag schon schwer genug. Puh.
Ich verstehe den Effekt, dass man mit mehr Wertschätzung für die Gegenstände auch zufriedener ist, doch das ist mir eine Nummer zu heftig. Allein wegen des philosophischen Gedankengangs, den das in mir anstößt:
An welcher Stelle im Fertigungsprozess erlangt eine Socke ihr Bewusstsein? Gibt es ein Garnbewusstsein, das zu einem Sockenbewusstsein heranwächst, wenn sich genug Garn in einer bestimmten Ordnung befindet? Empfindet sich die Socke eher als Einzel- oder als Kollektivbewusstsein? Hat bei einem Sockenpaar jede Socke ihr eigenes Bewusstsein oder ist ihr Bewusstsein miteinander verknüpft? Wird eine Socke eifersüchtig, wenn man mal die Paare mischt, oder empfindet sie es als interessant, steht sie vielleicht sogar drauf? Macht sie sich Sorgen, wenn ihr Partner verschwindet? Wird der Weg in die Waschmaschine als Katharsis betrachtet oder mit Verlustängsten?
Das könnte ich noch eine ganze Weile so weitermachen…

In dem Thema steckt mir zu viel Metaphysik, um damit meinen Aufräumprozess einzufärben. Also hab ich diesen Faktor einfach weggelassen ^^ Ich knäule meine Socken nach wie vor, einfach, weil ich es praktisch finde. 
Was ich jedoch als hilfreich empfunden habe, ist, mich bei Dingen zu bedanken, die ich nur schwer loslassen kann. Das wurde dadurch tatsächlich leichter. 

2. Manche Stoffe lassen sich nicht falten

Bei der KonMari-Methode geht es auch viel ums richtige Falten und senkrechtes Lagern. Das hat bei mir semi-gut funktioniert. Besonders bei meinen Bastelsachen sind einige fließende Stoffe dabei, die sich einfach nicht falten lassen, sie zerfließen mir unter der Hand. Zum Glück lässt sich das recht leicht lösen: Das Stück kommt dann einfach als kleiner Haufen in die Ecke der Schachtel, oder bekommt ein eigenes Tütchen.

3. Ich habe nicht genug kleine bzw. kleinteilige Schachteln

Marie Kondo hat es gerne, Dinge in kleinen Schachteln aufzubewahren. Und ich muss sagen: ich liebe das inzwischen auch. Mittlerweile gehen sie mir sogar aus, ich habe alles benutzt, was ich an Boxen von alten Spielen, Puzzles oder Geschenken noch hatte.
An Orten, wo die Optik nicht so eine Rolle spielt, verwende ich auch Pappkartons, in denen mir irgendwann mal etwas zugeschickt wurde. Das funktioniert sehr gut. Allerdings werde ich nun doch wieder mehr nach etwas Ausschau halten, was ich früher eher rausgeschmissen hätte: kleine, hübsche Schachteln.
Was in einer Zeit vor der schubladeninternen Sortierung kitschiger Ballast war, ist nun ein Ordnungshelfer geworden. So ändern sich die Dinge. Neu kaufen werde ich sie allerdings nicht, dazu sind mir die Geschenkschachteln dann doch meistens zu teuer.
Einzige Ausnahme: Ein Kästchen von 1€-Laden oder Baumarkt, in das mein Schmuck sich gut einsortieren lässt. Da brauche ich eine sehr bestimmte Größe, die ich mir auch etwas kosten lassen werde. (Wobei ich da eher an einige Euros denke, ich brauche kein Mahagoni-Schmuckkästchen.)

4. Das Nebenthema “ausmisten” hat bei mir durch die Motivation, die ich dafür hatte, viel Zeit und Energie eingenommen, die mir dann manchmal für anderes gefehlt hat 

Ich habe z.B. gemerkt, dass ich vor lauter Umschichten nicht mehr an meinem Blogartikel gearbeitet habe, obwohl mir das grundsätzlich wichtiger ist. Das liegt jedoch nicht an der Methode, sondern an meinem Prioritätenmanagement. Die Lösung war für mich, eben dieses zu überarbeiten sowie eine bessere Routine zu etablieren. (Ich habe in diesem Blogartikel meinen Problemprozess dazu aufgeschrieben.)

5. Ich habe mehr Zeug als Platz, das fühlt sich in Summe schlecht an, die einzelnen Gegenstände will ich jedoch behalten

Die Methode bezieht sich immer auf einen einzelnen Gegenstand. Was aber, wenn ich viele einzelne Gegenstände behalten will, sie mich auch glücklich machen, aber in Summe eine Menge entsteht, die nicht mehr reinpasst?
Ich habe dafür zwei Lösungen für mich gefunden:
1. kritisch bleiben. Manche Sachen bin ich gewohnt zu besitzen, das heißt nicht, dass sie mich wirklich noch glücklich machen. Es hilft, wirklich alles auf den Prüfstand zu stellen.
Und 2.: ich arbeite auf ein größeres Haus hin 😉

6. Klamotten immer wieder falten

Anfangs fand ich es lästig, die Ordnung immer wieder herzustellen, besonders bei den Klamotten. Was bei mir Abhilfe geschaffen hat, war eine Möglichkeit, die gefalteten Stücke auch sinnvoll aufzubewahren. Ursprünglich hatte ich sie nämlich – wie in der Methode vorgeschlagen senkrecht – in ein offenes Regal sortiert. Nach kurzer Zeit fiel wieder alles auseinander.
Der Unterschied nun ist: senkrecht aufstellen ja, aber von oben rausholen, nicht von vorne. Ich habe nun eine Schachtel im Regal stehen, in die ich die Klamotten einsortiere. Das ist zwar theoretisch noch mehr Aufwand: Deckel auf, Sachen rein, Deckel zu. Aber es hat sich gelohnt, weil es sich viel besser anfühlt, die Sachen sind nicht mehr übereinander gestapelt, ich kann also die Stücke einzeln rausziehen, ohne dass etwas anderes herunterfällt, außerdem habe ich eine viel bessere Übersicht darüber, was ich eigentlich besitze. 

7. Meine Dinge sind über verschiedene Haushalte verteilt

Viel liegt noch bei meinen Eltern, z.B. Bücher und Erinnerungsstücke. Ich weiß sogar, dass ich mich von ein paar Dingen davon gut trennen könnte. Aber ich kann nicht alles hierher karren und damit die Wohnung vollstellen, noch kann ich so lange bei meinen Eltern bleiben, bis ich alles durch habe. Und im Moment kann ich sie gar nicht besuchen.
Meine Lösung: Akzeptanz. Im Moment kann ich diesen Bereich nicht abschließen. Ich weiß, dass ich beim nächsten Besuch ein paar Tage mehr einplane und dann umso mehr loslassen kann. Dabei werde ich restriktiv sein und viel entsorgen.
Insbesondere die Erinnerungsstücke sind an der Reihe, in die neue Wohnung mitgenommen und in einer separaten Woche aussortiert zu werden. Was Dinge wie z.B. Kinderspielzeug angeht, ist das Thema “Weitergeben an die eigenen Kinder” auch nicht mehr lange hin, solange dürfen die Sachen noch bei meinen Eltern bleiben, sofern sie sich dadurch nicht gestört fühlen. 

8. Manche Sachen sind schwer loszuwerden

Sperrmüll ist eine Möglichkeit, Ebay eine andere. Gerade zur Zeit ist es umso schwieriger, Dinge gut loszuwerden, da die Second Hand Läden geschlossen sind. Zum Glück war das Wetter gut, ich konnte also meine “zu verschenken”-Sachen einfach auf den Gehsteig stellen. Ich habe mir ein Limit von drei Tagen gesetzt, danach war das meiste weg. Der Rest ist im Müll gelandet. Wenn es nicht mal mehr geschenkt ein neues Zuhause gefunden hat, hat es einfach seine Zeit gehabt. 
Ebay bekommt für die nächste Zeit eine hohe Priorität, damit mein Büro auch bald frei von Zeug ist.
Und die wenigen Dinge, die wirklich jemand von meinen Freunden und Verwandten geschenkt haben möchte, werden in eine leicht zu erreichende Kiste in den Keller gestellt, um dann beim nächsten Besuch verteilt zu werden.

9. Dinge aus ihrem bisherigen Stauraum zu holen, öffnet ein Fass, das womöglich schwer wieder zu schließen ist

Besonders bei meinem Fundus habe ich das gemerkt. Wenn ich bemüht war, für das Ausgemistete die richtige Größe an Kisten zu finden, bot sich manchmal nur eine andere an, und schon “musste” ich den nächsten Haufen ausmisten, um voran zu kommen. Das hatte aber auch den Vorteil, dass ich dadurch ganze Bereiche in einem Rutsch erledigt habe. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, Dinge zu stapeln. Wenn du weißt, dass eine Kiste gerade nicht dran ist, stell etwas anderes drauf, bis du damit fertig bist. Wir sind in einem Umwälzungsprozess, da darf es Zwischen-Chaos geben!

10. Mein Mann lässt seine Sachen unausgemistet

Es wäre nicht fair, ihm das vorzuwerfen. Wichtig war, mich nicht darauf einzulassen, mich darüber aufzuregen. Er hat sein Tempo und seine Bereiche, die in seinem eigenen Level von Chaos sein dürfen. Das tut uns beiden gut.

11. Die Kategorie “Komono” ist viel zu grob

“Kleinkram” aller Art – daraus besteht 80% des Haushalts! Diese Kategorie, die Marie Kondo nach Kleidung, Büchern und Dokumenten vorsieht, ist für meinen Geschmack viel zu weit gefasst. Hierbei fand ich eine Checkliste aus dem Internet für den Anfang ganz gut, letztlich musste ich aber meine eigenen Kategorien finden. Diese waren meistens doch Teile von Räumen, weil es bei uns wenige Kategorien gibt, die über mehrere Räume verteilt sind.
Z.B. ist alles, was Kosmetik ist, ohnehin im Bad. Alle meine Rollenspiel-Accessoires sind im Keller. Alle Putzmittel, die regelmäßig verwendet werden, in der Küche usw.
Am Ende bin ich dann nochmal durch die ganze Wohnung gegangen, um zu prüfen, ob ich etwas übersehen habe, was bis zu diesem Zeitpunkt in keine Kategorie gefallen ist. Das hat gut funktioniert.

12. “Irgendwann kommt nie”

Ich verstehe den Ansatz, den Marie Kondo damit herausstreichen will: wir neigen dazu, mehr zu behalten, als wir “abarbeiten” können (zumal das ja nicht Sinn der Sache ist!). Wichtig ist, ehrlich hinzuschauen, was wirklich noch eine Chance hat, benutzt zu werden, und was nicht. So habe ich z.B. mein Englisch-Grammatikbuch entsorgt: wenn ich mich je wieder dafür interessieren sollte, mein Englisch aktiv aufzubessern, werde ich im Internet oder in der Bücherei reichlich Material dafür finden.
Auf der anderen Seite mag ich es, eine gewisse Auswahl zu haben. Selbst wenn ich nach 10 Jahren dann noch ungelesene Bücher weggebe, habe ich zwischendurch die Wahl gehabt, was ich als nächstes lesen will. Da ist es für mich wichtig, v.a. nicht zu viel nachzukaufen. Denn ich lese wirklich schnell und viel, mein Bücherberg wird dadurch eher kleiner als größer. “Irgendwann” kommt für die meisten meiner Bücher tatsächlich. Wichtig dabei ist es meiner Ansicht nach, sein eigenes Verhalten realistisch einschätzen zu lernen.

13. Ich will zu viel noch machen

Auf der anderen Seite merke ich durchaus, wie sich die “eigentlich wollte ich das mal machen” – Dinge anhäufen. Dabei ist es v.a. eine Frage der Prioritäten, was immer wieder hinten runterrutscht.
Das fällt mir besonders bei Filmen auf, die ich noch sehen möchte. Vielleicht nur einmal, doch da ich kaum noch fernsehe, kommen auch die Filme nur selten zum Einsatz. Viele davon habe ich jedoch empfohlen bekommen und sie interessieren mich wirklich. Ich habe eine Mappe mit ungesehenen Filmen angelegt, aus diesen wird bei einem Filmabend als erstes ausgewählt. Bis zur nächsten Räumaktion bleiben sie noch, dann wird eine neue Entscheidung gefällt. Manche Filme muss ich vielleicht auch einfach nicht gesehen haben, auch wenn sie gut sind. Da ist es wohl wichtig, mich an meiner eigenen Nase zu fassen und den ehrlichen Blick überall und regelmäßig anzuwenden.

14. Selbstfürsorge

Jeder Schritt beim Ausmisten kann zum nächsten führen. Kann, muss nicht. Regelmäßig trinken, den Rücken entlasten, an die frische Luft gehen – es lohnt sich, an die Pausen zu denken! (Angeblich ist dafür auch das FlyLady-System gut geeignet.) Ich habe mir dazu keinen festen Plan gemacht und das auch manchmal hinterher deutlich gespürt.
Das nächste Mal würde ich mir wahrscheinlich besonders in den Keller die Trinkflasche mitnehmen und evtl. einen Wecker stellen, der mich daran erinnert, auch mal wieder Luft zu holen.
Auch wichtig: nicht alle Energie aufbrauchen! Es gab Situationen, wo ich meinen Mann mit meiner Räumerei ganz schön genervt habe, und dann keine Power mehr für einen liebevollen Dialog hatte. Nächstes Mal mache ich das besser!

15. Die Kisten mit den fertig ausgemisteten Sachen muss man auch irgendwo unterbringen

Zum Glück konnte ich sie zeitweise im Flur abstellen. Hilfreich dabei: die Kisten voll machen und dann stapeln. So kannst du sicher sein, dass wirklich nur in der obersten noch Platz ist.
Alternative/Ergänzung: zwischendurch Zeug loswerden. Je gründlicher du mit den Kategorien bist, desto leichter kannst du einen Gang zum Altkleidercontainer oder zur Mülltonne einschieben. Insbesondere direkt vor der Müllabfuhr lohnt es sich, die Tonnen aufzufüllen, da du dann deinen Ausmistmüll schnell wieder los wirst und nicht lang die Tonnen blockierst. Der normale Haushaltsmüll ist wichtiger, loszuwerden, da er meist mehr beinhaltet, was zu stinken anfängt.

16. Vorher-Nachher-Bilder 

Das ist eher ein Luxusproblem, aber hey, das ist “zu viel Besitz” generell 😉 Ich habe leider manchmal keine Fotos gemacht oder vorher und nachher aus zwei verschiedenen Blickwinkeln geschossen, sodass sich die Fotos nicht so schön vergleichen lassen. Schade, weil sowas mich sehr motiviert und sich einfach gut anfühlt. Letztlich kommt es aber auch genau darauf an: auf das Gefühl. Es ist viel ordentlicher als vorher, das kann ich nicht nur sehen, sondern auch spüren. Auch ohne Fotos. Und um meine Erfolge zu teilen reichen auch einige wenige Fotos aus. Viel spannender als anderer Leute Entwicklung ist es schließlich, seine eigene zu machen 😉
Nächstes Mal will ich nichtsdestoweniger versuchen, bessere Fotos zu machen.

17. Was mache ich mit Tagebüchern?

Viele Selbst-Entwicklungs-Kurse beginnen mit “lege dir ein schönes Tagebuch zu, in dem du deine Erkenntnisse notierst”. Ich liebe Notizbücher. Ich habe eine ganze Kiste voll leerer Büchlein, damit ich für jedes Thema das aussuchen kann, das am besten dazu passt. Doch häufig nimmt ein Thema kein komplettes Buch ein, daher habe ich einige angefangene Notizbücher. Diese habe ich tatsächlich noch nicht ausgemistet. Ich werde mir dafür eine Extra-Woche nehmen, wenn ich mit dieser Aktion fertig bin. Hast du auch angefangene Notizbücher? Wie gehst du damit um? Schreib es in die Kommentare!
Dazu kommen die vollen Notizbücher, z.B. meine Bullet Journals, wo ich meine täglichen Ziele und eine Kurzfassung der Geschehnisse eintrage. Diese landen bei den Erinnerungsstücken, welche eine separate Reminiszenz-Woche bekommen werden.

18. Allem einen festen Platz zu geben ist schwer

Insbesondere, wenn ich mehr Dinge habe als Platz (siehe 5.). Ich habe mich auf die 80:20-Regel besonnen und nicht versucht, für JEDEN Gegenstand einen Platz zu finden. Manche Sachen haben jetzt einfach keinen, und das ist ok. Wichtig fand ich, die Dinge, die ich häufig benutze, sinnvoll zu verstauen, und insbesondere auf meinem Schreibtisch klare Ansagen zu machen, was wohin gehört. Es wird immer wieder Dinge geben, die keinem von mir angesetzten Kriterium entsprechen. Das ist ok. Solange der Rest passt. Außerdem habe ich jetzt schon gute Vorarbeit geleistet und kann den Rest sukzessive anpassen.   

19. Lästige Nacharbeit

Ich habe noch knappe drei Kisten voll in meinem Büro stehen mit Zeug für Ebay. Unterschätze nicht die Nacharbeit einer Ausmistaktion!
Ich empfehle, sich diese Arbeit mit möglichst wenigen Gegenständen zu machen. Ja, viel von dem, was du besitzt, könnte noch jemand anderen glücklich machen. Aber wie viel von deiner Lebenszeit ist diese Chance wert? Wie viel Geld kommt tatsächlich noch dabei rum und wie groß ist der Aufwand, den du dafür betreibst?
Gerade bei Kleidung ist es mir deutlich zu umständlich, alles abzumessen und auszuformulieren (fairerweise ist zu sagen, dass ich kaum Klamotten besitze, deren Anschaffung mich viel gekostet hat). Während z.B. Computerspiele sich schlichtweg kaum noch verkaufen lassen, insbesondere wenn sie mit einem Code versehen sind.
Hierbei lohnt es sich nicht, verlorenem Geld hinterher zu trauern (lohnt sich eh fast nie). Ich kaufe inzwischen fast keine Computerspiele mehr neu und nur selten überhaupt noch physisch (in erster Linie Steam-Keys im Sale), so erledigt sich auch das Anhäufen von Gegenständen (wobei sich dann das Thema “Anhäufen digital” auftut, aber darüber schreibe ich ein andermal). 

20. Dinge, die ich nie brauche, die aber trotzdem sinnvoll sind

Wer ausmistet, kennt das Gefühl von “das kann ich aber doch vielleicht mal brauchen”. Spannend wird es, wenn es um Dinge geht, die nicht zu benutzen gerade das Ziel ist. Ich spreche von Notfallausrüstung. Ich habe eine ganze Ladung Mullbinden von meinen Eltern bekommen (beides Ärzte), die ich noch nie verwendet habe – zum Glück. Normalerweise ist beim Ausmisten die Frage “Habe ich das je benutzt?” sehr hilfreich, nicht jedoch bei Notfallausrüstung. Diese ist – in Maßen! – sinnvoll weiterhin zu besitzen. Denn es geht ja gerade um den Ausnahmefall, in dem es gut ist, so etwas da zu haben. Woran erkenne ich, wie viel zu behalten sinnvoll ist? Für mich war es die Überlegung: “Wenn etwas so sehr blutet, dass ich all dieses Material bräuchte, hätte ich schon längst den Krankenwagen gerufen.” Ich habe das Ganze dann auf eine Schachtel voll reduziert. Dabei habe ich alles neu eingeräumt und sauber verpackt, sodass es nicht einstaubt, aber trotzdem schnell greifbar ist. Dadurch habe ich meinen Wunsch auszumisten befriedigt und fühle ich mich trotzdem sicher für den Notfall. 

Fazit

Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit der KonMari-Methode, wandle sie jedoch – wie die meisten Methoden – für mich ab. Ich fühle mich für die nächste Ausmist-Aktion jedenfalls besser vorbereitet und bin mir sicher, dass ich auch langfristig weniger Besitz anhäufen werde. Minimalist werde ich jedoch auch mit ziemlicher Sicherheit nicht so schnell werden, dazu mag ich es zu gerne, Dinge zu besitzen ^^

Was für Schwierigkeiten bist du beim Ausmisten begegnet? Schreib es in die Kommentare!

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